Hybrid durchs Hoch- und Tiefland. Es kann nur einen geben … Die Japaner schicken den Toyota Highlander jetzt auch nach Europa. Schicker Fünf-Meter-SUV!

Von Beatrix Keckeis-Hiller. Erstellt am 27. Januar 2021 (05:22)
Bei idealen Bedingungen (volle Batterie inklusive) fährt der Highlander bis zu 125 km/h rein elek-trisch (wobei er ein Vollhybrid ist – und kein Plug-in-Hybrid, der an der Steckdose geladen wird). Der Toyota kann auch „segeln“. Immer an Bord: stufenloses Automatikgetriebe (mit fünf simulierten Gängen).
Toyota

In den USA, in Australien und in Japan ist der Highlander kein Unbekannter. Seit mehr als 20 Jahren. In Europa kannte man ihn nur vom Hörensagen. Oder hat ihn auf Reisen in die genannten Regionen schon einmal gesehen. Jetzt steht er auch in der Alten Welt am Start.

Mittlerweile ist der 4.966 Millimeter lange Siebensitzer in seiner vierten Generation angelangt. Dieselantrieb gab es für ihn nie. Aktuell jedoch ist ein Vollhybridsystem (einen V6 gibt es auch, der kommt aber nicht nach Europa). Und damit reiht sich der bei uns neue Toyota-SUV-Häuptling in eine illuster besetzte Schar von bis zu siebensitzigen Mitbewerbern ein. Einen gibt es im Prinzip auch im eigenen Haus, den Land Cruiser (4.840 Millimeter lang) – doch ist der Leiterrahmen-Geländegänger naturgemäß rustikal-knorrig ausgelegt. Der Highlander hingegen soll eine komfortorientierte und familiär ausgerichtete Klientel ansprechen.

„Der Highlander offeriert als neues SUV-Flaggschiff alle Markentugenden: Hybridantrieb, Funktionalität und Flexibilität!“ Rudolf Glass, Pressesprecher Toyota Österreich

Dafür ist er technisch auf der gleichen Plattform wie der Camry mit 2.850 Millimetern Radstand präpariert. Die Breiten- und Höhendimensionen – 1.930 und 1.755 Millimeter – ermöglichen nicht nur drei Sitzreihen, sondern auch ein Laderaumvolumen zwischen 268 und 1.909 Litern. Die Sessel im äußersten Fond sind klappbar. Die mittlere Reihe ist um 180 Millimeter verschiebbar, um den Hinterbänklern mehr Beinraum zu gönnen. Dennoch werden Erwachsene auf langen Strecken wohl kaum hinten sitzen wollen, doch auf kurzen Wegen dürfte man es aushalten.

Das war im Rahmen der Jungfernfahrt rund um Frankfurt und im Hochtaunus – noch – nicht ein Hauptthema. Sehr gut aushalten kann man es auf alle Fälle am Steuer. Das geräumige und gut überblickbare Cockpit ist Toyota-typisch bestückt, in der ausprobierten Topversion mit allem Drum und Dran inklusive Head-up-Display. Die Systemleistung von 248 PS lässt sich über die sehr homogen agierende Lenkung exakt dirigieren, ob enge oder weite Kurve. Ein Tänzer ist er zwar weniger, die mehr als zwei Tonnen Gewicht schieben spürbar mit.

Bei idealen Bedingungen (volle Batterie inklusive) fährt der Highlander bis zu 125 km/h rein elek-trisch (wobei er ein Vollhybrid ist – und kein Plug-in-Hybrid, der an der Steckdose geladen wird). Der Toyota kann auch „segeln“. Immer an Bord: stufenloses Automatikgetriebe (mit fünf simulierten Gängen).
Toyota

Doch ein Sportler soll und will er nicht sein. Sondern ein souveräner Langstreckenbegleiter, der fast gleichmütig mit komfortabler Federung und feiner Geräuschdämmung überzeugt, es säuselt der Fahrtwind nur dezent um die ausladenden Außenspiegel. Das aber auch nur dann, wenn man auf der Autobahn überprüfen will, ob er bei 180 km/h tatsächlich abregelt. Die Tachonadel blieb bei 195 km/h unverrückbar stehen. Damit muss man sich auch in Deutschland nicht auf der rechten Fahrspur einreihen.

Die Power des Highlander resultiert aus einer Kooperation zwischen einem 2,5-Liter-Vierzylinder-Benziner und zwei Elektroaggregaten. Der zweite Stromer ist zuständig für den Antrieb der Hinterachse, dadurch ist elektrisch generierter Allradantrieb gegeben. Damit galoppiert der gar nicht kleine Japaner in 8,3 Sekunden von null auf 100. Das darf man glauben. Unter dem Normverbrauchs-strich sollen laut WLTP zwischen 6,6 und 7,1 Liter Benzin liegen (CO 2 : ab 149 Gramm pro Kilometer). Ganz machbar war das bei recht moderater Fahrweise nicht, der Bordcomputer zeigte rund 8,0 Liter an, allerdings unter Mitwirkung sämtlicher Heiz- und Unterhaltungsstromkonsumenten. Dass der Highlander bei Vollgas bis zu elf Liter geschlürft hat, das darf ihm nicht angekreidet werden.