Fit für den Marathon. Prius ist Hybridkult – ohne Wenn und Aber. Die Japaner haben den Prius für die Steckdose weiterentwickelt. Ergebnis: „Das erste echte Ein-Liter-Serienauto der Welt!“

Von Thomas Vogelleitner. Erstellt am 14. Februar 2017 (05:05)
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Optisch unterscheidet sich der Prius Plug-in-Hybrid deutlich vomnormalen Prius (siehe zum Beispiel die schmalen LED-Scheinwerfer), zudem ist der Wagen um 105 Millimeter länger (4.645 Millimeter) – die Batterien im Heck brauchen Platz. Der Ordnung halber das Kofferraum-volumen: 360 bis 1.204 Liter.
NOEN, Toyota

42,195 Kilometer ist der Marathon lang – der längste Laufwettbewerb. Einen Marathon schafft der neue Prius Plug-in-Hybrid rein elektrisch (im EV-Modus) – zumindest haben wir es bei einer ausgiebigen Testfahrt in und um Barcelona geschafft. Wir konnten zudem noch eine Ehrenrunde drehen, denn erst bei 43 Kilometern waren die Lithium-Ionen-Batterien (8,8 Kilowattstunden, die Kapazität wurde verdoppelt) leer, dann musste der Verbrennungsmotor aushelfen. Beachtlich: Von den insgesamt 155 zurückgelegten Kilometern fuhren wir 75 Kilometer (das sind 48 Prozent) emissionsfrei (und angenehm leise) – ergibt unter dem Strich einen Spritverbrauch von 3,3 Liter pro 100 Kilometer. Bei größtenteils normaler Fahrweise – wohlgemerkt! Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit: 56 km/h.

Laut Toyota schafft der Prius Plug-in-Hybrid (wenn alles passt) im Elektrobetrieb 50 Kilometer, man kann dabei bis zu 135 km/h fahren. Im Hybrid-
betrieb ist der 122 PS (Systemleistung) starke Fünftürer 162 km/h schnell (das sind 18 km/h weniger als beim normalen Prius, der aber auch um einiges, um rund 150 Kilogramm, leichter ist). Und (wir ziehen den Hut): Die Japaner geben einen Spritverbrauch von 1,0 Litern pro 100 Kilometer an (22 Gramm CO 2 pro Kilometer) – plus einen Stromverbrauch von 7,1 Kilowattstunden. „Das erste echte Ein-Liter-Serienauto der Welt!“, ist man bei Toyota stolz, mächtig stolz.

Ein Plug-in-Hybrid, auch „Steckdosenhybrid“ genannt, ist ein Kraftfahrzeug mit Hybridantrieb, dessen Batterien sowohl über den Verbrennungsmotor als auch am Stromnetz geladen werden können. Beim Prius Plug-in-Hybrid dauert das Aufladen mit einer haushaltsüblichen Steckdose drei Stunden und zehn Minuten (Schnell-
lader: an die zwei Stunden).

Hightech-Fahrzeug der Sonderklasse

Der neue Plug-in-Hybrid (die dritte Generation) ist natürlich ein Hightech-Fahrzeug – so wie der normale Prius. Vier Highlights: 1) Der Generator des Hybridsystems arbeitet zusätzlich als Antriebselektromotor (dann stehen im E-Modus insgesamt 92 PS zur Verfügung). 2) Weltweit kommt erstmals eine Wärmepumpe bei der Klimatisierungsautomatik zum Einsatz. Dieses System ist noch bei Außentemperaturen bis zu minus zehn Grad Celsius in der Lage, den Innenraum zu beheizen, ohne dass der Benzinmotor gestartet werden muss. 3) Erstes Großserienfahrzeug mit Karbonfaser-Heckklappe zur Gewichtsreduktion. 4) Solarzellendach für bis zu 1.000 CO 2 -freie Kilometer im Jahr. Wobei das mit dem Solarzellendach so eine Sache ist, es ist nämlich nicht in der Topversion Lounge erhältlich, auch nicht für viel Geld. „Aus Gewichtsgründen“, betonen die Toyota-Leute. Irgendwie schade.

Technologieträger!