Selten Haftung bei Schäden durch Waschstraße. AGB schließen Haftung oft aus, Ansprüche bei Fehlfunktion der Waschanlage möglich

Von NÖNat Online-Team. Erstellt am 21. März 2019 (14:18)
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Bequemer als die händische Reinigung ist die Fahrt in die Waschanlage.

Der Frühling bietet sich an, um das Auto einer ordentlichen Reinigung zu unterziehen. Rasch und bequem erledigt das eine Waschstraße. Das Risiko dabei: Das Fahrzeug kann beschädigt werden – Scheibenwischer können demoliert, Spiegel zerkratzt oder Antennen gebrochen werden. Ob der Betreiber die Haftung übernimmt, entscheidet die Ursache für den Schaden. "Hat man beispielsweise die Seitenspiegel nicht eingeklappt und diese werden in der Waschstraße beschädigt, berufen sich Betreiber meist auf ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Darin wird praktisch immer die Haftung für außen an der Karosserie angebrachte Teile wie Spiegel, Antennen oder Dachträger abgelehnt, wenn diese nicht eingeklappt oder abmontiert waren", erklärt ÖAMTC-Juristin Tanja Tretzmüller.

Waschstraßenbetreiber muss seine Unschuld beweisen, Clubjuristen unterstützen

Der Schaden am Auto kann aber auch durch eine Fehlfunktion der Waschanlage entstanden sein. In diesem Fall braucht man sich als Kunde nicht mit der Ablehnung der Ansprüche abfinden. "Zwischen Betreiber und Kunde besteht ein Werkvertrag. Daher kommt es zu einer Umkehr der Beweislast für Schadenersatzforderungen. Das heißt, der Betreiber kann haftbar gemacht werden, wenn er seine Unschuld nicht beweisen kann", sagt die Expertin des Mobilitätsclubs. "Es ist daher ratsam, so viele Beweise wie möglich zu sammeln. Beschädigte Teile, Fotos sowie Zeugen können im Nachhinein hilfreich sein." Weigert sich der Betreiber, die Haftung zu übernehmen, können sich Clubmitglieder kostenlos an die Juristen der ÖAMTC-Rechtsberatung wenden, Kontakt unter www.oeamtc.at/rechtsberatung.

Für Autowäsche zuhause drohen bis zu 72 Euro Strafe

Abschließend rät Tretzmüller davon ab, die Autowäsche zuhause durchzuführen. "Verschmutzt man dabei die Straße, können Strafen von bis zu 72 Euro verhängt werden. Die Fahrt in die Waschstraße ist aber vor allem der Umwelt zuliebe die bessere Wahl."