Wie Campingfahrzeuge die Kälte überstehen. Spätestens im November bereiten viele Camper ihre Wohnwagen und Wohnmobile auf den "Winterschlaf" vor. Tomas Mehlmauer, Präsident des Österreichischen Camping Clubs (ÖCC) weiß, worauf dabei zu achten ist.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 13. November 2019 (10:09)
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Pflegen: Lackschäden sollten ausgebessert sowie der Unterboden gesäubert und auf Schäden kontrollieren werden, rostgefährdete Stellen gehören behandelt. Gummi- und Türdichtungen mit Silikon pflegen und Gelenke der Bremsgestänge sowie Scharniere der Kurbelstützen fetten.

Gasschutz: Gasflasche schließen, vom Versorgungsnetz trennen und Schutzkappe aufsetzen.

Reparieren: Notwendige Reparaturen jetzt noch durchführen lassen. "Im Herbst ist die Terminlage der Werkstätten weniger angespannt als im Frühjahr", weiß der ÖCC-Experte.

Wassersystem: Zum Ablösen hartnäckiger Algen- und Bakterienbeläge gibt es Reinigungsmittel im Fachhandel. Danach Wasserbehälter, -leitungen sowie Pumpen, Filter, Warmwasserboiler und Duschkopf komplett entleeren. Das gleiche gilt für Frischwasser- und Fäkalientank. Alternativ kann die Wasseranlage frostsicher gemacht werden – je nachdem, ob das Fahrzeug im Winter geschützt oder direkt im Freien untergebracht ist, ist die Konzentration des Frostschutzmittels zu wählen.

Abstellplatz: "Wohnwagen und Wohnmobil überwintern am besten in einem trockenen Raum", sagt Mehlmauer. "Wer im Freien parken muss, sollte auf einen geeigneten Stellplatz und geeignete Abdeckung achten." Abdeckplanen sollten so auf das Fahrzeug gelegt werden, dass die Belüftungsöffnungen nicht verdeckt sind. Auch die Anhängerkupplung lieber mit einer Plane schützen. Ein guter Einstellplatz sollte in erster Linie in der Nähe des Wohnsitzes liegen – für spontane Kurzurlaube oder kleinere Reparaturen. Auch der Sicherheitsaspekt ist wichtig, z. B. in Bezug auf Überwachung und Zutrittsberechtigungen. Eine Liste mit möglichen Einstellplätzen ist auf der ÖCC-Homepage unter www.campingclub.at zu finden.

Reifen: Wohnwagen und Wohnmobil am besten so aufbocken, dass die Räder völlig entlastet sind und sich frei drehen können – das beugt Standplatten vor. "Ist das nicht möglich, sollte der Luftdruck um 0,5 bar über den Normaldruck erhöht werden", rät der Camping-Experte. Eventuelle Unebenheiten können mit Auffahrkeilen oder Unterlegbrettern ausgeglichen werden.

Schimmel vorbeugen: Vorzelt und Polster in getrocknetem, sauberem Zustand lagern. Alle Schränke und Staufächer leeren sowie Türen und Klappen öffnen, damit die Luft zirkulieren kann. Auch Raumentfeuchter mit Trockengranulat sind eine sinnvolle Investition. Kühlschranktür und Gefrierfachklappe (z. B. mit Handtuch) offen halten.

Speziell Wohnmobile betreffend: Hier sollten zusätzlich die Batterien abgeklemmt (Achtung: Minuspol zuerst) und der Kühlerfrostschutz (bis -30°) überprüft werden. "Um Korrosionsschäden zu vermeiden, muss der Treibstofftank voll bleiben – am besten gefüllt mit Winterdiesel", rät der ÖCC-Experte. "Und etwa einmal im Monat sollte man das Fahrzeug bewegen, um Standschäden an Reifen und Achse zu vermeiden."