Telefonate vom Tag danach im Prozess behandelt. In der ungarischen Stadt Kecskemet ist am Freitag der Prozess gegen die Schlepperbande fortgesetzt worden, die für den Tod der an der Ostautobahn (A4) bei Parndorf entdeckten 71 Flüchtlinge verantwortlich sein soll.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 23. März 2018 (16:14)
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Im Mittelpunkt der Verhandlung standen Abhörprotokolle der Telefonate der Schlepper vom 27. August 2015, dem Tag des Bekanntwerdens der Tragödie im Kühl-Lkw.

Ein ungarischer Zeuge gab zudem Auskunft zum Kauf des Fahrzeugs durch die Schlepperbande, teilte das Gericht in einer Aussendung mit. Der afghanische Erstangeklagte soll das Geld dafür bereitgestellt haben, was der Bandenchef zuvor stets dementiert hatte.

Die Verhandlung wird am 17. April fortgesetzt. In den dann anstehenden vier Verhandlungstagen sollen mehr als 20 Stunden Tonmaterial vorgespielt werden. Voraussichtlich wird es auch zu Geständnissen von Angeklagten kommen.

In dem Prozess sind insgesamt 14 Personen - elf Bulgaren, zwei Afghanen sowie ein bulgarisch-libanesischer Staatsbürger - angeklagt. Sie sollen Schuld am Erstickungstod der Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, dem Iran und dem Irak sein. Unter den 71 Todesopfern waren vier Kinder. Drei der 14 Angeklagten sind noch auf der Flucht. Seit Juni 2017 wird in Kecskemet verhandelt.