Erstellt am 12. September 2018, 10:58

von RED

Gefahr durch verlorenes Ladegut. Laut ASFINAG sorgen rund 400 verlorene Gegenstände pro Jahr für große Gefahr auf Niederösterreichs Autobahnen.

ASFINAG

Verlorene Gegenstände auf Fahrbahnen sind ein Sicherheitsrisiko. Dadurch entstehen gefährliche Situationen – Unfälle sind keine Seltenheit. 2017 haben sich die Meldungen über Gegenstände auf der Fahrbahn in Niederösterreich im Vergleich zu den Vorjahren stark erhöht.

399 Meldungen registrierte die ASFINAG im Vorjahr beim Verlust von Ladegut auf Niederösterreichs Autobahnen und Schnellstraßen – 2016 waren es noch 253 Meldungen.

„Die mangelnde Sicherung von Ladegut auf Dachträgern oder Anhängern kann zu verheerenden Unfallfolgen führen. Dafür gibt es nur eine Lösung: Ladegut ausreichend sichern und somit gefährliche Situationen vermeiden. Wir haben diesem Risikopotenzial deswegen noch mehr Priorität eingeräumt und die Erfassung der Vorfälle optimiert“, erklärt ASFINAG-Geschäftsführer Josef Fiala.

Meisten Fälle in der Steiermark

Die meisten Meldungen im Bundesländervergleich gab es 2017 in der Steiermark (791), gefolgt von Salzburg (703), Vorarlberg (375), Tirol (315) und Kärnten (279). Die wenigsten Ladegutverluste gab es in Wien (175), Oberösterreich (153) und im Burgenland (42).

Beinahe jeder Verkehrsteilnehmende hat es schon erlebt: bei der Fahrt sieht man einen Gegenstand auf der Fahrbahn liegen und muss ausweichen. Gefährlich werden diese Situationen dann, wenn es zu überhasteten oder spontanen Reaktionen kommt: das Lenkrad wird verrissen – Die Fahrerin, der Fahrer wechselt die Fahrspur schlagartig. Der Verlust von Ladegut kann deswegen gerade auf Autobahnen und Schnellstraßen aufgrund der höheren Geschwindigkeiten sehr gefährlich werden.

Im Jahr 2016 registrierte die ASFINAG noch knapp 1.900 Ladegutverluste auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen – im Vorjahr waren es über 3.200. Der Grund dafür: die ASFINAG hat diesen Meldungen höchste Priorität eingeräumt und die Erkennung verfeinert. „Wir haben die Qualität der Datenbank verbessert, um noch schneller auf derartige Vorfälle reagieren zu können“, so Fiala.

Für die 43 Autobahnmeistereien heißt es in solchen Fällen rasch handeln, um Unfälle durch eine Absicherung des jeweiligen Autobahnbereichs und den raschen Abtransport dieser verlorenen Gegenstände zu verhindern. „Jeder Verkehrsteilnehmende ist gesetzlich dazu verpflichtet, für eine geordnete Sicherung von Ladegut zu sorgen. Die Zahlen zeigen jedoch, dass sich bei weitem nicht jeder daran hält“, so Fiala.

Die Meldungen über Gegenstände auf der Fahrbahn kommen entweder direkt von Verkehrsteilnehmenden, von den Verkehrsredaktionen der Radiostationen oder vom ASFINAG-Streckendienst, der Tag und Nacht auf den Strecken unterwegs ist. Die Verkehrssicherheit ist bei solchen Fällen immer vorrangig: erst den besagten Streckenabschnitt absperren und dann den Gegenstand bergen. Die Hitliste der verlorenen Gegenstände ist lang und teilweise ungewöhnlich: vom Papierkarton über Zeitungen bis hin zur Couch oder gar Kühlschränke ist alles schon einmal auf der Autobahn gelandet. Eigens dafür werden die Mitarbeiter der ASFINAG regelmäßig auf die korrekte Sicherung von Gütern und Ladungen geschult.