ÖAMTC: "Hilfeleistung auch in Krisenzeiten Pflicht". Verkehrsunfälle passieren leider auch in Zeiten des Coronavirus. "Derzeit sind wesentlich weniger Menschen unterwegs. Daher ist es umso wichtiger zu helfen, wenn man einen Unfall beobachtet oder selbst daran beteiligt ist", stellt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger klar.

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 27. März 2020 (09:08)
Symbolbild
NOEN, Erwin Wodicka (BilderBox.com)

"Zumindest einen Notruf kann und muss jeder absetzen – denn der ist völlig unabhängig von der Ansteckungsgefahr und ein wichtiger Schritt zur Rettung eines Menschenlebens."

Grundsätzlich ist außerdem festzuhalten, dass die Einsatzkräfte auch jetzt jederzeit helfen – so sind z.B. auch alle ÖAMTC-Notarzthubschrauber für den Fall einer Alarmierung durch die Leitstelle einsatzbereit. "Es sollte aber selbstverständlich die Anordnung befolgt werden, soweit möglich zu Hause zu bleiben. Das entlastet auch die Einsatzkräfte", appelliert die Expertin des Mobilitätsclubs an das Verantwortungsbewusstsein jedes Einzelnen.

Die Regeln zur Hilfeleistung bleiben auch in der aktuellen Ausnahmesituation weitgehend gleich:

  • Gegebenenfalls Warnweste anziehen.
  • Unfallstelle absichern: Warnblinkanlage einschalten, Pannendreieck aufstellen – dabei aber nicht vergessen, auch beim eigenen Auto die Handbremse anzuziehen und den Gang einzulegen.
  • Sicherheitshalber Einweghandschuhe anziehen, bevor man zum Unfallopfer geht. In einer normierten Autoapotheke sind Handschuhe enthalten, das muss aber nicht bei allen Verbandskästen der Fall sein. "Bestenfalls sollte man extra Einweghandschuhe und nach Möglichkeit auch Desinfektionsmittel im Wagen mitführen", rät die ÖAMTC-Expertin. "Hilfreich kann übrigens sein, wenn auch Radfahrer eine kleine Apotheke im Rucksack mit haben."
  • Verletzte Personen beruhigen, dabei aber versuchen, die empfohlene Distanz von mindestens einem Meter einzuhalten. "Es kann schon der Beruhigung dienen, wenn man den Notruf abgesetzt hat und dem Verletzten sagen kann, dass Hilfe von Profis unterwegs ist", so Seidenberger.
  • Wer selbst einen Unfall hatte und verletzt ist, sollte sich auch helfen lassen und, sofern verletzungstechnisch möglich, mitarbeiten. Mit Ruhe, Umsicht und Vorsorgemaßnahmen (z. B. Handschuhen, Mundschutz) kann jeder Helfer auf empfohlener Distanz wichtige Dienste leisten.