Wirbel um Container-Dorf für Flüchtlinge

Erstellt am 24. März 2022 | 04:51
Lesezeit: 3 Min
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Containerdorf am Truppenübungsplatz Bruckneudorf. Schon bei den Fluchtbewegungen 2015 waren hier viele Menschen untergebracht.
Foto: Havelka
Die Unterbringung von Kriegs-Flüchtlingen birgt auch Herausforderungen – für Politik wie Private. Dennoch ist die Hilfsbereitschaft im Land ungebrochen.
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Die Diskussion um eine „Asyl-Unterkunft durch die Hintertür“ gab es schon; auch waren die Container beim Truppenübungsplatz Bruckneudorf als einstiges Quartier umstritten. Jetzt wiederholt sich die Geschichte einmal mehr. Zumindest aus Sicht der Politik.

Auf der einen Seite steht das Innenministerium, wo bestätigt wird, dass man die Container geprüft habe, auf der anderen Seite das Land, das mangelnde Einbindung bekrittelt. Die Rede war anfangs von mehr als 200 Asylwerbern, die dort einquartiert werden sollen, wo derzeit 80 Soldatinnen und Soldaten Platz finden. Bundesagentur und Bundesheer relativierten: Angesichts der Fluchtbewegung aus der Ukraine wolle man vorbereitet sein – 100 Vertriebene könnten in Bruckneudorf untergebracht werden.

Im Vorfeld kursierte aber auch ein Beleg dafür, dass man für mindestens 180 Asylwerber eine Unterkunft suche und dass es sich dabei nicht um Ukraine-Vertriebene handle. Ob nun Kurzzeit-Quartier oder langfristige Unterbringung im Rahmen der Grundversorgung – für Landeshauptmann Hans Peter Doskozil „fehlen alle Bewilligungen“, da es sich bei den Containern widmungsgemäß um eine Soldaten-Unterkunft handle. Die Behörden hätten zu entscheiden.

„Doskozil hantiert bewusst mit Gerüchten“, meint VP-Landesgeschäftsführer Patrik Fazekas. FP-Klubchef Hans Tschürtz kritisiert sowohl Bund als auch Land. Nicht ganz einig ist man sich, wie es scheint, in den Ministerien: Beim Bundesheer ist man wenig begeistert darüber, dass die Container bis Ende März geräumt werden sollen.

Ohne private Initiative geht’s nicht …

Bei all der politischen Diskussion darf aber nicht außer Acht gelassen werden, dass bereits jetzt geholfen wird: Wie berichtet, haben mehr als 600 Geflüchtete, die mit „Burgenland-Bussen“ geholt worden waren, im Land eine Bleibe gefunden, oftmals in privaten Quartieren untergebracht.

Da dies auch mit einer gewissen Verantwortung einhergeht, sorgte zuletzt aber für verstärkte Anfragen: Geht es um alltägliche Besorgungen oder etwa um medizinische Versorgung, müssen die privaten Quartiergeber mitunter Eigeninitiative zeigen. Am Rande einer Pressekonferenz darauf angesprochen, meinte Doskozil, man müsse hier die Systematik hinterfragen: Seitens des Innenministeriums sei entschieden worden, die Kriegs-Flüchtlinge in die Grundversorgung zu übernehmen. Das Land organisiere zusätzlich Deutschkurse oder Vernetzungstreffen.

Konkret werden Quartiergeber darum gebeten, Flüchtlinge in den ersten Tagen verstärkt zu unterstützen – bis finanzielle Mittel im Rahmen der Grundversorgung bereitgestellt und behördliche Fragen abgewickelt wurden. Auch hier zeigt man selbst Initiative: Mancherorts werden einfach auf eigene Faust Treffen und Hilfsgemeinschaften organisiert.