Hohe Impfrate entlastet die Spitäler enorm. Trotz dreifach höherer Inzidenzen, wie im Frühjahr, werden nur halb so viele Patienten in den Krankenhäusern im Burgenland betreut.

Von Carina Fenz und Markus Kaiser. Erstellt am 25. November 2021 (02:53)
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APA/dpa

Während die Lage in den Krankenhäusern in vielen Bundesländern prekär ist, zeigt die vierte Welle in Burgenlands Spitälern nicht ganz so drastische Auswirkungen. Das sei, so heißt es von der KRAGES und den Barmherzigen Brüdern, eindeutig den impfwilligen Burgenländern zu verdanken.

Beim Blick auf die Spitalsbelegung wird das Bild deutlich. Zur Wochenmitte wurden in den burgenländischen Krankenhäusern 74 Covid-Patienten isoliert behandelt, 33 davon sind nicht geimpft. elf auf der Intensiv-Station. „Sieben von zehn Intensiv-Patienten, darunter auch unter 30-Jährige, kämpfen ungeimpft gegen die Krankheit“, heißt es von der KRAGES. Vergleicht man die Inzidenzen, die in der vierten Welle fast drei Mal so hoch sind, wie noch im Frühjahr bei der dritten Welle, dann sei, so die KRAGES, auch eindeutig erkennbar, dass die Impfung wirkt. Damals mussten fast doppelt so viele Menschen stationär behandelt werden.

Operationen müssen erneut verschoben werden

Auch wenn die Spitals-Auslastung im Burgenland zwar deutlich niedriger ist als in anderen Bundesländern, haben sich in den vergangenen zwei Wochen die Belegungszahlen der Covid-Patienten verdoppelt. Die Verschiebung von elektiven, also planbaren Eingriffen, sei, so die Krankenanstalten, unumgänglich gewesen. Lebensnotwendige Operationen, wie Tumoroperationen, werden im Burgenland aber weiterhin durchgeführt.

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Hohe Impfrate. In der besonders gefährdeten Gruppe der über 65-Jährigen hat bereits jeder Dritte eine Auffrischungs-Impfung erhalten.
NOEN

Jene OP-Verschiebungen führen auch im Personalbereich zu Maßnahmen, die in Zeiten von Personalmangel im Gesundheitsbereich schon fast skurrile Ausmaße annehmen. Ärzte und Pflegepersonal, die aufgrund der OP-Verschiebungen, jetzt auf fast leeren Stationen ihren Dienst versehen müssen, werden dazu angehalten, Urlaube abzubauen, „auch wenn man dauernd bemüht sei, einen internen Personalausgleich zu schaffen, ist das natürlich nicht immer möglich“, heißt es von der KRAGES.

Impfrate vor Inkrafttreten der Impfpflicht steigern

Die Impfung als „Gamechanger“ in der Pandemie ist vor allem für die Spitäler das Um und Auf im Kampf gegen die Pandemie, vor allem um bald wieder in den Regelbetrieb übergehen zu können.

Das zeigt auch die überdurchschnittlich hohe Impfrate beim Personal in den burgenländischen Spitälern. Mit der von der Bundesregierung angekündigten Impfpflicht hat man in den Spitälern kein Problem. Im Gegenteil, heißt es seitens der KRAGES. „Wir stehen bei fast 90 Prozent Impfrate beim Personal, Tendenz steigend“, beruft man sich auf die hohe Impfquote.

Auch im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder spricht man von einer „erfreulich hohen Durchimpfungsrate beim medizinischen und pflegerischen Personal von Anbeginn.“ Mit Aufklärung will man in beiden Krankenhausverbünden die Impfrate bis zum Inkrafttreten der vom Bund angekündigten Impfpflicht weiter steigern. „Wiewohl wir jeden Einzelnen bis dato noch Ungeimpften nur dringlich ersuchen können, seine Beweggründe zu überdenken und das Impfangebot doch in Anspruch zu nehmen“, heißt es dazu von den Barmherzigen Brüdern.

Strengere Zutrittsregeln als in anderen Bundesländern

Apropos Ungeimpfte: Dass sich die Zutrittsbeschränkungen in den Spitälern (siehe Seiten 6/7) vor allem auf Personen, die keinen 2-G-Nachweis haben, auswirken, zeigt sich im Unmut von jenen Patientinnen und Patienten, mit denen die Krankenanstalten konfrontiert sind. Vorweg betont man aber, dass Notfälle jederzeit behandelt werden. Ist eine Impfung aus medizinischen Gründen nicht möglich, dann muss das beim Eingang mittels Attest nachgewiesen werden. Sollte Patientinnen und Patienten, weil sie ein solches Zertifikat nicht haben, der Zutritt nicht gestattet werden, dann sei man um Lösungen bemüht. Eine Vorsichtsmaßnahme, da man des Öfteren mit gefälschten Zertifikaten konfrontiert wurde.

Die KRAGES betont auch, dass man den PCR-Tests zum Eintritt ins Spital zu einer Zeit umgesetzt habe, in der es zu keinen Verzögerungen bei der Auswertung gekommen sei. Die aktuelle Anpassung der Besucherregelung hätte man, so die KRAGES, auch nicht umgesetzt, wäre diese nicht durch den Bund vorgegeben worden.