COVID-19-Patienten: Lage spitzt sich zu. Die Situation auf der Intensivstation hat sich zur Wochenmitte zugespitzt. Von Entwarnung kann noch keine Rede sein.

Von Carina Fenz. Update am 07. April 2021 (17:17)
Archiv/BVZ

Herbert Gruber, Intensivkoordinator des Landes und Vorstand der Abteilungen für Intensivmedizin und Anästhesie der Krankenhäuser Oberwart und Güssing
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Am Dienstag haben sich das Burgenland und Niederösterreich mit Wien solidarisch erklärt und den Lockdown bis 18. April verlängert. Das Argument: Die Lage auf den Intensivstationen ist in Teilen der Ostregion nach wie vor sehr angespannt. Es gibt zwar geringfügige Unterschiede in der Entwicklung, mit heutigem Stand ist aber noch keine echte Trendumkehr zu. Die Belegung ist auf einem sehr hohen Niveau, vor allem was die Covid-Stationen angeht. Seitens der KRAGES begrüßt man die Lockdown-Verlängerung, denn die Auswirkungen des Peaks — Höchststand der Infektionszahlen — werde jetzt erst in den Krankenhäusern spürbar. Das bestätigt auch Herbert Gruber, Intensivkoordinator des Landes und Vorstand der Abteilungen für Intensivmedizin und Anästhesie der Krankenhäuser Oberwart und Güssing: „Die Situation auf den Intensivstationen hat sich in der Wochenmitte wieder zugespitzt. Es kann von einer Entwarnung noch keine Rede sein. Wir haben landesweit die Intensivkapazitäten zwar deutlich aufgestockt, auf insgesamt 51 Intensivbehandlungsplätze, davon sind 35 für COVID-19-Erkrankte vorgesehen. Damit können wir aktuell alle Patientinnen und Patienten im Burgenland intensivmedizinisch behandeln.“

Es gelte, so Gruber, allerdings zu bedenken, dass sich derzeit im Burgenland knapp 80 COVID-Fälle auf den Normalstationen befinden, „wovon entsprechend der Erfahrung mit der britischen Variante etwa 25 Prozent intensivpflichtig werden“. Der in der Vorwoche gestartete Notbetrieb läuft daher auf jeden Fall weiter. „Wie lange hängt von den Inzidenzen ab. Man sieht mittlerweile eine leichte Bewegung nach unten. Auf Basis der bisherigen Entwicklungen sollte sich das ausgehen“, heißt es seitens der KRAGES.  „Die Auslastung der für COVID reservierten Betten bewegt sich derzeit bei 80 Prozent. Die nächsten Wochen bleiben für alle Intensivstationen im Burgenland eine herausfordernde Zeit. Ich richte daher erneut den Appell an die Bevölkerung, sich an die bekannten Maßnahmen zu halten, damit eine gegebenenfalls benötigte intensivmedizinische Behandlung nicht mit einer Ressourcenfrage konfrontiert ist. Die Inzidenzzahlen müssen jetzt sinken. Es ist auch essentiell, dass möglichst viele Menschen rasch mittels einer Impfung immunisiert werden, um Infektionsketten zu durchbrechen, damit sich wiederum ein Stück Normalität in näherer Zukunft einstellen kann“, meint Gruber.

Hospitalisierungen / Mittwoch, 7. April

Krankenhaus Oberwart
COVID-Isolier: 25
COVID-Intensiv: 9

Krankenhaus Oberpullendorf
COVID-Isolier: 6
COVID-Intensiv: 5

Krankenhaus Kittsee
COVID-Isolier: 9
COVID-Intensiv: 5

Krankenhaus Güssing
COVID-Isolier: 4
COVID-Intensiv: 3