Dichtes Programm bis Ende Februar. Die Commerzialbank Mattersburg (Cb) beschäftigt das Burgenland auch im neuen Jahr.

Von APA / BVZ.at. Erstellt am 05. Januar 2021 (10:42)
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Der U-Ausschuss zur Causa hat bis zum Ende der Beweisaufnahme am 4. März noch zehn Sitzungen geplant, in denen unter anderem ehemalige Aufsichtsräte und Vorstände der Bank Auskunft geben sollen. Geladen ist auch Ex-Landesrat Christian Illedits (SPÖ), der zurückgetreten war, weil er vom SV Mattersburg ein Goldblatt angenommen hatte. Ob Ex-Bankchef Martin Pucher befragt werden kann, ist unklar.

Am 14. Jänner kehrt der U-Ausschuss mit der Befragung von vier ehemaligen Vertretern der Bank aus Vorstand und Aufsichtsrat aus der Weihnachtspause zurück. Für alle vier ist es bereits die zweite Ladung in den Untersuchungsausschuss. Sie hätten eigentlich schon am 18. und 19. November befragt werden sollen, hatten sich aber - großteils aufgrund der Coronakrise - entschuldigt.

Zwei weitere Funktionäre, die der Ladung im November nicht gefolgt waren, sind für die zweite Sitzung des neuen Jahres geladen. Ein Aufsichtsrat und ein Vorstand der Mehrheitseigentümerin der Bank sollen ebenso wie Ex-Landesrat Illedits am 20. Jänner Auskunft geben. Am 21. Jänner folgen unter anderem ASV-Draßburg-Obmann Ernst Wild, Richard Woschitz, ehemaliger Vizepräsident des SV Mattersburg, und Julius Marhold, Raiffeisen-Vorstand im Zeitraum der Abspaltung der Commerzialbank.

Im Februar sind schließlich noch sieben Sitzungen geplant, die letzte soll am 25. Februar stattfinden. Eine Ladungsliste gibt es noch nicht. Unklar ist, ob und wann Pucher vor dem U-Ausschuss Auskunft geben wird. Der Ex-Bankchef hatte sich Anfang November aus gesundheitlichen Gründen entschuldigt. Er soll neuerlich geladen werden. Derzeit müsse man aber weiterhin seinen Gesundheitszustand abwarten, hieß es am Dienstag aus dem Büro von Landtagspräsidentin Verena Dunst (SPÖ).

Während Ex-Bankvorständin Franziska Klikovits im Dezember bereits Einblicke in ihre Vorgangsweise gegeben hat, erhofft man sich von Pucher unter anderem Auskunft darüber, wohin das fehlende Geld verschwunden ist. Immerhin wurden, wie die Masseverwalter Gerwald Holper und Michael Lentsch im Oktober mitteilten, rund 156 Mio. Euro bar oder mit Scheck "aus der Bank getragen". 99 Mio. sind weiterhin verschwunden, 57 Mio. flossen in den SV Mattersburg, in die Bedienung fiktiver Kredite und an den Gastronomiebetrieb des SV Mattersburg.