Knackpunkt Kinderbetreuung: „So geht’s nicht mehr“

Pädagogen am Limit, Jugendliche wollen strengere Regeln – verkehrte Schul-Welt …

Erstellt am 25. November 2021 | 03:01

Schule oder Kindergarten – ja oder nein? Die Frage haben im Burgenland zu Wochenstart bis zu 75 Prozent der Erziehungsberechtigten – ebenso wie bundesweit – mit „ja“ beantwortet.

Wer will, darf (mit Lernpaket) zuhause bleiben, der Unterricht geht aber weiter. Ob Distance Learning angesichts der hohen Inzidenz nicht besser wäre? Im BVZ-Gespräch macht Bildungslandesrätin Daniela Winkler kein Geheimnis daraus, dass auch sie sich eine klarere Linie des Bundes gewünscht hätte. Ein Schul-Lockdown sei aber differenziert zu betrachten: „Das würde viele Familien, aber auch Arbeitgeber, vor schier unlösbare Aufgaben stellen.“

Die „halbherzige Entscheidung“ aus dem Bildungsministerium jedenfalls habe in Familien für Verwirrung und bei den Lehrkräften für einen pädagogischen Spagat gesorgt, meint nicht nur Winkler. „So geht es nicht mehr“, ist aus der Lehrer-Gewerkschaft zu hören.

Als deren Vorsitzender im Pflichtschulbereich sagt Manuel Sulyok: „Jeder und jede ist bestrebt, im Sinne der Öffentlichkeit und der Kinder zu arbeiten. Aber die Lehrerinnen und Lehrer werden verheizt.“

Zur organisatorischen Herausforderung kommt die Unsicherheit: „Wenn man sich fragen muss: Komme ich als Gesunder wieder aus der Schule heraus?“ Deutlich mehr (Planungs-)Sicherhet wünscht man sich auch in Kindergärten, und die Jungen wollen noch strengere Regeln, meint Schülerunion-Obfrau Elisa Ergasti: „Mit 20 Leuten in einem Raum zu sitzen, ist ein komisches Gefühl, wenn nicht jeden Tag getestet wird.“

Laufend werden ganze Schulklassen wegen Infektionsfällen heimgeschickt, da macht das Burgenland keine Ausnahme. Am Präsenzunterricht wird seitens des Bundes derzeit aber nicht gerüttelt.