Ansturm auf Impfungen im Burgenland. Trotz weiterhin steigender Impfbereitschaft, stellt das Land Burgenland Astra Zeneca-Impfungen ein. Spitäler rüsten sich hingegen für eine mögliche vierte Welle im Herbst.

Von Carina Fenz. Erstellt am 22. Juli 2021 (04:09)
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APA/dpa

Rund 65 Prozent der Burgenländer haben die erste Corona-Impfung erhalten — 7.000 am letzten Wochenende — und 53 Prozent sind bereits vollimmunisiert. In der Statistik ist das Burgenland damit nach wie vor Spitzenreiter in Österreich. Mit den ab heute, Donnerstag, in Kraft tretenden Verschärfungen in der Nacht-Gastronomie (siehe Seite 2) nimmt die Impfbereitschaft, der ohnehin schon sehr impfwilligen Burgenländer noch mehr zu. Seit Wochenbeginn haben sich mehr als 2.000 Menschen für eine Impfung vorgemerkt, 700 davon sind unter 18 Jahre (Stand: 20. Juli). „Rund 11.000 Erststiche will man so im Juli noch schaffen“, heißt es aus dem Büro von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil.

Eine Impfung ohne Anmeldung soll es — trotz Kritik — nicht geben, auch wenn man in Kooperation mit der Ärztekammer ein niederschwelliges Impfangebot im Zuge der PCR-Testungen in den sieben Burgenländischen Test- und Impfzentren (BITZ) andenkt. Das Vormerksystem habe sich vor allem in Sachen Planbarkeit bewährt. „Im schlechtesten Fall wartet man aktuell eine Woche auf eine Impfeinladung“, heißt es dazu von Impfkoordinator Markus Halwax. Beim Impfstoff verzichtet man übrigens seit dem Wochenende auf AstraZeneca, von dem insgesamt 50.000 Dosen (25.000 Vollimmunisierungen) verimpft wurden. „Die Akzeptanz für den Impfstoff war leider zu gering“, erklärt Halwax die Gründe. Mit den Impfstoffen der Marken BiontechPfizer, Moderna und Johnson&Johnson will man bis Ende August eine Impfquote (Vollimmunisierung) von 67 Prozent erreichen. In Bezug auf eine Herdenimmunität will sich Halwax nicht festlegen, denn diese „kann man nicht nur durch Impfungen, sondern nur in Kombination mit Genesenen erreichen.“

Die Spitäler — die derzeit nur vereinzelt Covid-Patienten betreuen — rüsten sich trotzdem für eine mögliche vierte Welle im Herbst. „Der Spitalsbetrieb läuft weiter eingeschränkt. In einigen Bereichen gibt es noch Rückstand bei verschobenen Operationen, die werden aber aufgearbeitet“, heißt es von Martin Wehrschütz, Ärztlicher Direktor des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt, der eindringlich zur Impfung rät, um eine neuerliche Überlastung der Spitäler zu verhindern. Seitens der KRAGES hofft man durch die hohe Impfbereitschaft auch auf wenig Hospitalisierungen bei steigenden Inzidenzen. Apropos: Von einer Impfpflicht für alle Spitals-Mitarbeiter ist derzeit keine Rede. Sowohl KRAGES, als auch die Barmherzigen Brüder setzten nur bei Neueintritten auf eine verpflichtende Covid-Impfung. Bei bestehenden Mitarbeitern, die noch nicht geimpft sind, will man weiter Überzeugungsarbeit leisten.