Burgenland will alle Tests im Land abwickeln. Das Land Burgenland will künftig alle Coronavirus-Testungen in den Labors der burgenländischen Spitäler abwickeln.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 13. Juli 2020 (14:45)
Corona-Maßnahmen. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (r.) und Soziallandesrat Christian Illedits.
Wolfgang Millendorfer

Damit sollen die langen Wartezeiten auf die Ergebnisse reduziert werden, kündigte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) am Montag bei einer Pressekonferenz an. Derzeit werden die Tests aus dem Burgenland zur Auswertung unter anderem nach Graz oder Wien gebracht.

"All das, was wir im Burgenland testen wollen, muss hinkünftig sichergestellt sein, dass es in unseren Spitälern in den Labors ausgewertet wird", betonte Doskozil. Die burgenländischen Krankenhäuser der KRAGES (Burgenländische Krankenanstalten Ges.m.b.H.) und der Barmherzigen Brüder werden nun Prüfkompetenzen aufbauen.

Die notwendigen Geräteanschaffungen wurden bereits ausgeschrieben, danach könne mit den Testungen begonnen werden. "Das kann ein, zwei Monate dauern", sagte Doskozil.

Derzeit gehe die Auswertung zu langsam. Am vergangenen Donnerstag seien nach zwei Coronavirus-Fällen die Bewohner und das Personal von zwei Pflegeheimen im Südburgenland getestet worden.

"Kein einziges Testergebnis ist bis jetzt da. So kann es nicht sein." Landeshauptmann Hans Peter Doskozil

Die Ergebnisse sollten aus seiner Sicht innerhalb eines Tages vorliegen. "Alle sind verunsichert und wissen nichts. Da kann man nicht eine Woche warten", sagte Doskozil. Bis dato seien im Burgenland circa 18.000 Testungen durchgeführt worden.

Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen in Spitälern

Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) hat am Montag im Anschluss an einen runden Tisch zur Covid-19-Lage im Gesundheitsbereich verschärfte Sicherheitsmaßnahmen in den Spitälern präsentiert. Besucher müssen künftig FFP2-Masken tragen. Die Mitarbeiter werden alle zwei Monate getestet. Auch für Pflegeheime, Schulen und Kindergärten soll es einheitliche Regelungen geben.

"Jeder Besucher, der in ein Spital kommt, muss eine FFP2-Maske tragen, keinen normalen Mund-Nasen-Schutz mehr", betonte Doskozil. Die Masken werden von der KRAGES (Burgenländische Krankenanstalten Ges.m.b.H.) und den Barmherzigen Brüdern in den Krankenhäusern zur Verfügung gestellt. Sämtliche Mitarbeiter werden alle zwei Monate getestet und die Tests "unmittelbar ausgewertet", sagte der Landeshauptmann.

Außerdem gebe es ein "klares Entlassungsmanagement". Patienten, die aus dem Spital in Pflegeheime oder die mobile Hauskrankenpflege entlassen werden, müssen zuvor getestet werden. Mit den Pflegeheimen werden außerdem bestimmte Zeiten vereinbart, zu denen Bewohner in die Ambulanzen gebracht werden, um möglichst keine "Vermischung" mit anderen Patienten zu haben. Ziel sei es, die Spitäler in Eisenstadt und Oberwart im Falle einer zweiten Welle "coronafrei" zu halten, um dort einen Regelbetrieb zu ermöglichen.

Im Pflegebereich habe man ein Vier-Stufen-System in eine Verordnung gegossen, die ab 1. August gelten werde. Damit sollen einheitliche Regelungen, unter anderem auch bei den Besuchszeiten, geschaffen werden. "Es wird klare Vorgaben für die Pflegeheime geben, was wann passiert", betonte der Landeshauptmann.

Für die Schulen und Kindergärten soll bis Mitte August ein Konzept entwickelt werden. Man müsse bereits jetzt diskutieren, "was passiert, wenn in der Schule eine Grippewelle auftaucht und die Kinder verschnupft sind", sagte Doskozil.

Generell wären für ihn einheitliche Regelungen des Bundes ideal, diese würden allerdings bisher ausbleiben. "Ich kenne bis jetzt nur die Farben des Ampelsystems. Es gab keine Inhalte dazu. Was passiert, wenn die Ampel auf Rot steht?", betonte der Landeshauptmann. Es werde viel angekündigt, in der Praxis passiere aber teilweise wenig. Deshalb habe man beim runden Tisch mit Vertretern der Krankenhäuser, Pflegeheime, Behindertenheime und der mobilen Hauskrankenpflege nun Regelungen für die Situation im Burgenland vereinbart, so Doskozil.