Krise veränderte Einsatzspektrum für LSZ Burgenland. Die Coronakrise hat auch die Arbeitsabläufe in der Landessicherheitszentrale (LSZ) Burgenland deutlich verändert. Man verzeichne weniger Rettungseinsätze, das Fahrtenaufkommen in diesem Bereich sei zurückgegangen, schilderte LSZ-Geschäftsführer Christian Spuller im Gespräch. Insgesamt sei jedoch durch das Coronavirus der Arbeitsanfall stark gestiegen.

Von APA / BVZ.at. Erstellt am 23. März 2020 (14:27)
Die Landessicherheitszentrale Burgenland
Wolfgang Millendorfer

"Es werden jetzt nur wirklich notwendige Krankentransporte bzw. Untersuchungen durchgeführt wie zum Beispiel Dialysetransporte. Die werden natürlich gemacht, alles andere ist stark zurückgefahren. Das Aufkommen ist deutlich weniger als im Normalbetrieb", berichtete Spuller. Auch Kontrolltermine seien großteils abgesagt bzw. verschoben worden. "Wir haben auch weniger Rettungseinsätze. Es ist anzunehmen, dass es jetzt weniger Freizeitunfälle gibt und interessanterweise sind auch Haushaltsunfälle, wo wir ein bisschen befürchtet haben, dass es mehr wird, ausgeblieben derzeit."

Auch die Verkehrsunfälle seien zurückgegangen. "Es gibt ein paar wenige, aber auch deutlich weniger als bisher", so der LSZ-Geschäftsführer. "Die Mitarbeiter sind natürlich jetzt vorwiegend beschäftigt mit dem Coronavirus-Thema, das bei uns ja auch zusammen läuft auf der 1450-Gesundheitshotline, die dafür ja jetzt auch verwendet wird. Es hat sich eher vom Notrufaufkommen und Krankentransportaufkommen Richtung Coronavirus, sprich 1450, verlagert."

"Wir haben zwei Mitarbeiter tagsüber zusätzlich im Dienst, die wirklich nur 1450 abarbeiten. Wir haben im Schnitt so zwischen 250 und 300 Anrufe am Tag, was 1450 betrifft", schilderte Spuller. Die Anzahl der Mitarbeiter in der Leitstelle wurde von fünf auf acht aufgestockt. "Wir haben auch sämtlichen anderen Betrieb in der Leitstelle, was Verwaltung und Technik betrifft, auf Home Office umgestellt. Buchhaltung, Controlling, Techniker kommen überwiegend nicht mehr in die LSZ herein, sondern arbeiten von daheim aus."

Der Leitstellenleiter und Spuller als LSZ-Geschäftsführer seien auch Teil des Koordinationsstabes des Landes. Dieser tagt im Stabsraum der LSZ. Man suche jedoch eine andere räumliche Lösung, weil das derzeitige Szenario aufgrund der räumlichen Nähe zum Leitstellenbetrieb - Leitstelle und Stabsraum liegen nebeneinander - nicht optimal sei. "Wenn wir uns den Virus in die Leitstelle hineinholen, dann haben wir wirklich ein Problem, das ist mittlerweile ein zu großes Risiko", sagte Spuller.

Als weitere Maßnahme werden voraussichtlich noch diese Woche die LSZ-Dienstmannschaften in Teams für Nord und Süd getrennt. Dazu wurde der Ausfallstandort Oberwart hochgefahren.

In der Landessicherheitszentrale arbeiten außerdem im Hintergrund drei Programmierer, die sich ebenfalls fast nur mehr mit dem Coronavirus beschäftigen. Systeme gehören angepasst: "Abläufe ändern sich ständig, wir müssen das mit dokumentieren, wir müssen Verdachtsfälle dokumentieren, wir müssen die Rotkreuz-Teams hinausschicken (zu Testungen, Anm.) - wo war schon wer, wo müssen wir noch hinfahren?" Dazu kommen noch andere Aufgaben, wie die Vorbereitung der über Videokonferenz abgehaltenen Aufsichtsratssitzung.

"Es ist schon eine ganz besondere Situation mit besonderen Herausforderungen", betonte der LSZ-Geschäftsführer. Der Arbeitsanfall sei extrem gestiegen. "Urlaubssperre in dem Sinn gibt es nicht", erzählte Spuller und fügte hinzu: "Derzeit ist eh niemand auf Urlaub. Die Frage hat sich noch gar nicht gestellt."