Burgenland baut Testkapazitäten aus. Das Burgenland baut aufgrund des großen Andrangs die Corona-Testkapazitäten aus. In den sieben bestehenden Zentren gibt es dann 15 Teststraßen, und neben den 30 Apotheken, die Tests gratis durchführen, sind nun auch die Gemeinden zur Teilnahme aufgerufen.

Von APA / BVZ.at. Erstellt am 08. Februar 2021 (12:57)
Gemeinsame Pressekonferenz: Städtebund-Obfrau Ingrid Salamon, Landesrat Leonhard Schneemann, GVV-Präsident Erich Trummer, Gemeindebund-Präsident Leo Radakovits (v.l.).
Wolfgang Millendorfer

Landesrat Leonhard Schneemann (SPÖ) zeigte sich bei einer Pressekonferenz am Montag überzeugt, dass durch den Ausbau die große Nachfrage abgedeckt werden kann.

Die kurzfristigen Ankündigungen der türkis-grünen Bundesregierung, auf die die Bundesländer immer reagieren müssten, ärgerten Schneemann. Auch wies er auf die Besonderheit des Burgenlandes als Grenzregion hin, denn 16.000 ungarische und 1.000 slowakische Arbeitnehmer pendeln ein, und nachdem es etwa in Ungarn kaum Testmöglichkeiten gebe, verschiebe sich die Testung nach Österreich. Das Land stockte daher in den Testzentren auf, sodass in allen sieben nun zwei Teststraßen verfügbar sind. In Gols seien es sogar drei, so der Landesrat. In 30 Apotheken landesweit werde kostenlos getestet und mit den Gemeinden sei man ebenfalls im Gespräch. Diese können bis Dienstagnachmittag Bescheid geben, ob und wie sie Tests anbieten wollen. Die Kosten hierfür werden ihnen ersetzt – der Bund zahle.

Wolfgang Millendorfer

Insgesamt wurden im Burgenland bereits 420.000 Testungen durchgeführt. Pro Teststraße können am Tag etwa 500 Tests durchgeführt werden. Wie viele es dann tatsächlich sind, hänge von der Zahl der teilnehmenden Gemeinden ab, so Schneemann. Eine Herausforderung sei es auch, genügend Personal für die Durchführung zu finden. Laut Schneemann stelle das Rote Kreuz zusätzliche Sanitäter bereit.

Vergangenen Freitag fand auf Einladung des burgenländischen Landeshauptmanns Hans Peter Doskozil (SPÖ) ein "Test-Gipfel" mit Vertretern der Gemeinden statt. "Es hat sich gezeigt, wir brauchen die Testkapazitäten in den Gemeinden. Die sollen als Zusatz, nicht als Ersatz der Testzentren dienen", betonte Schneemann. Die Burgenländer sollen sich weiterhin in erster Linie an die Testzentren wenden und für diese auch online anmelden. Der Landesrat geht davon aus, dass sich die Situation aufgrund der Ausweitung bis Ende der Woche beruhigt.

"Die Bundesregierung hat durch die Einreiseverordnung einen unglaublichen Run auf die Testzentren ausgelöst", stellte Schneemann fest. Zur einfacheren Planung fordert er, nicht ständig kurzfristig mit neuen Regelungen konfrontiert zu sein: "Ich werde das bei der nächsten Länderrunde einbringen."

Wolfgang Millendorfer

An der heutigen Pressekonferenz nahmen neben Schneemann auch der Präsident des Sozialdemokratischen Gemeindevertreterverbands Erich Trummer, Städtebundpräsidentin Ingrid Salamon (SPÖ) und ÖVP-Gemeindebund-Präsident Leo Radakovits teil. Sie betonten die Unterstützung durch die Gemeinden. Freitag oder Samstag dieser Woche dürften die ersten Ortschaften für die Tests bereit sein.

Salamon und Schneemann appellierten an die Bevölkerung außerdem, gebuchte Testtermine auch tatsächlich wahrzunehmen. Immer wieder erscheinen Personen nicht zu ihren Terminen, gleichzeitig werde über ausgebuchte Testzentren geklagt, gaben sie zu bedenken.

Was die Corona-Schutzimpfung betrifft, wurden im Burgenland laut Schneemann "knapp unter 7.000" Impfungen durchgeführt. "Wir liegen hier im breiten Mittelfeld", es gebe Bundesländer, die hinter dem Burgenland liegen, andere davor: "Aber mit 2,26 Prozent Durchimpfungsrate sind wir im guten Österreich-Schnitt", so der Landesrat.

Die ÖVP Burgenland kritisierte hingegen am Montag, dass das Land das "Test-Chaos" verursacht habe. Nun müssten die Gemeinden die "verfahrene Situation" retten, stellte Klubchef Markus Ulram in einer Aussendung fest: "Die Gemeinden werden trotz großer Herausforderung und vieler offener Fragen, die es noch zu klären gilt, die nötigen Möglichkeiten schaffen." Auch der Eisenstädter Bürgermeister Thomas Steiner (ÖVP) kritisierte die Teststrategie des Landes: "Die vom Land zur Verfügung gestellten Testkapazitäten sind lächerlich und können das Aufkommen nicht einmal ansatzweise bewältigen." In der Landeshauptstadt werde daher an einer permanenten Teststation im Veranstaltungssaal "E-Cube" gearbeitet.