Landeskriminalamt Burgenland zerschlägt Drogenring. Nach mehr als einjährigen Ermittlungen ist es Drogenfahndern des Landeskriminalamtes Burgenland gelungen, einen Drogenring zu zerschlagen und Suchtmittel sicherzustellen.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 22. August 2019 (11:28)

Zu einem im Frühjahr im Tiroler Oberland ausgehobenen Drogenring mit 24 Festnahmen hat die Polizei weitere Details bekanntgegeben. Einige Verdächtige kannten sich aus der Haft, Drogendeals wurden auch aus dem Gefängnis eingefädelt, schilderten burgenländische Ermittler. Einer der mutmaßlichen Dealer soll außerdem Cannabis verkauft haben, das zuvor bei der Konkurrenz gestohlen worden war.

Ausgehend von einem Tipp aus Ungarn, war man im Frühjahr 2018 einem grenzüberschreitenden Handel mit Amphetamin, Ecstasy, Kokain- und Cannabisprodukten zwischen Wien und Sopron auf die Spur gekommen, schilderte der stellvertretende Landespolizeidirektor Werner Fasching am Donnerstag. Ein aus dem Burgenland stammender Wiener soll diesen mit einer in Wien lebenden Ungarin aufgezogen haben.

Der Wiener habe die überwiegende Zeit am Praterstern oder an anderen einschlägig bekannten Plätzen in der Bundeshauptstadt verbracht, um Drogen zu verkaufen, schilderte Paul Schlaffer, der Leiter der Suchtmittelgruppe im Landeskriminalamt Burgenland, vor Journalisten. Die beiden seien von einem 56-jähriger Frühpensionisten versorgt worden, der schon eine Haftstrafe wegen Drogendelikten verbüßt hatte. Dieser habe auch die Gewinne nach dem Drogenverkauf kassiert. Der 56-Jährige soll weiters mit zwei 52 und 55 Jahre alten Pensionisten Cannabisblüten verkauft haben, nachdem man einen Teil davon vorher anderen Cannabis-Produzenten gestohlen hatte.

"Um sicherzugehen, dass die eigentlichen Betreiber der Plantagen nicht vor Ort waren, hat er die Fahrzeuge derselben mit GPS-Sendern präpariert", berichtete Schlaffer. Aus einer Plantage mit 400 Pflanzen in einem unbewohnten Haus in Mödling seien mehrere Kilo Cannabis gestohlen worden.

Der 56-Jährige habe sich auch im Handel mit Kokain in größeren Mengen versucht. Er soll zusammen mit einem 60-jährigen, ehemaligen Mithäftling die Beschaffung organisiert haben. Der 60-Jährige habe seine Geschäfte zum Teil während der Haft angebahnt.

Ein 58-jähriger Innsbrucker und ein 36-jähriger Albaner gerieten dabei ebenfalls ins Visier der Fahnder. Beide Männer wurden gefasst, im Auto des Albaners wurde ein Kilo Kokain sichergestellt. Auch in Deutschland klickten die Handschellen, mehrere Kilo Kokain wurden aus dem Verkehr gezogen.

Weitere Ermittlungen in dem Fall laufen, berichtete Schlaffer. Man könne davon ausgehen, dass in Österreich einige Kilo Kokain tatsächlich verkauft bzw. nach Ungarn gebracht worden seien. Bei Amphetamin dürfte sich die Menge ebenfalls im mehrfachen Kilobereich bewegen. Die Verdächtigen - über sieben von ihnen wurde die U-Haft verhängt - sollen von Herbst 2017 bis März 2019 rund 4,8 Kilo Kokain in Tirol und rund ein Kilo Kokain im Burgenland verkauft haben, was einem Straßenverkaufswert von 580.000 Euro entspricht.

Das in Deutschland sichergestellte Kokain habe einen Wert von etwa einer halben Million Euro. "Was tatsächlich umgesetzt wurde, ist sehr schwer abzuschätzen", so Schlaffer. Der Fall sei "ein Paradebeispiel" für polizeiliche Zusammenarbeit auf internationaler und nationaler Ebene, stellte Fasching fest.