A4-Prozess im südungarischen Szeged fortgesetzt. Nach dem chaotischen Start ist am Freitag am Tafelgericht im südungarischen Szeged das Berufungsverfahren im Fall der 71 in einem Kühllaster erstickten Flüchtlinge fortgesetzt worden.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 07. Juni 2019 (12:46)
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In diesem LKW starben 71 Flüchtlinge
APA (Archiv)

Die bulgarischen Angeklagten hatten den eingesetzten Dolmetscher wegen unverständlicher Übersetzung abgelehnt. Richter Erik Mezölaki ordnete darauf den Einsatz eines neuen Dolmetschers an.

Am zweiten Verhandlungstag stand die Anhörung des Vierzehntangeklagten an. Der flüchtige Bulgare, der in erster Instanz in Abwesenheit für den Tod von 71 Flüchtlingen verurteilt wurde, war Ende Februar mittels internationalem Haftbefehl von der französischen Polizei gefasst worden.

Weiters erhielt am Freitag der öffentliche Ankläger das Wort. Dieser forderte für die vier Hauptangeklagten lebenslang ohne vorzeitige Freilassung. Nur dem Zweitangeklagten sollte diese Möglichkeit gewährt werden. Auch im Falle der übrigen Angeklagten, von denen zwei - ein Afghane und ein Bulgare - noch flüchtig sind, wurden höhere Haftstrafen beantragt. Diese hatten in erster Instanz Haftstrafen zwischen drei und zwölf Jahren ausgefasst.

Bei den Hauptangeklagten soll es sich um den Kopf einer Schlepperbande, seinen Stellvertreter, den Lkw-Fahrer sowie um den Lenker eines Begleitautos gehandelt haben. Die umgekommenen Flüchtlinge stammten aus Syrien, dem Irak und Afghanistan.