Commerzialbank-Ermittlungen: Gold und Silber mit Konsequenzen

Erstellt am 24. März 2022 | 04:59
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Commerzialbank Mattersburg Symbolbild
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Foto: APA/ROBERT JAEGER
Bank-Geschenke unter der Lupe: Problematisch können sie wohl nur für Amtsträger werden.
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Mehrere hundert Bank-Kunden wurden zu besonderen Anlässen mit Silber- oder Goldplättchen beschenkt – das gab der Ex-Commerzialbank-Chef Martin Pucher schon früh zu Protokoll. Die Geschenks-Empfänger – grundsätzlich mit Konten über 100.000 Euro, aber auch Personen, die Pucher wichtig gewesen seien – rückten zuletzt verstärkt ins Interesse der Wirtschafts- und Korruptions-Staatsanwaltschaft (WKStA).

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Geschenke in Gold und Silber. Die ominöse Commerzialbank-Liste.
Foto: BVZ

Dort heißt es auf Anfrage der BVZ, die Liste mit mehr als 100 Personen werde im Hinblick auf deren Amtsträgerschaft abgearbeitet. Die Kernfrage: Wurde eine Amtshandlung „erkauft“? Für den Masseverwalter, bei dem die Konto-Öffnungen angeordnet wurden, ein Nebenschauplatz; zur Schadenswiedergutmachung ist hier kaum etwas zu holen.

Amtsträger jedenfalls finden sich in der Liste, wie berichtet, etliche. Mit der Annahme von Blumen, Champagner, Silber oder Gold allein haben sie sich nicht strafbar gemacht. Tiefergehend ermittelt könnte aber werden, wenn es sich etwa um Politikerinnen oder Politiker sowie um hohe Beamtinnen und Beamte handelt. Zudem taucht der Name einer Spitzenbeamtin in der Liste auf, die vor dem U-Ausschuss die Frage nach einem Geschenk verneint hatte. Ob hier wegen möglicher Falschaussage ermittelt wird, ist ebenfalls noch offen.