Sturmtief „Nadja“ legte Neusiedler See teilweise trocken

Erstellt am 31. Januar 2022 | 13:07
Lesezeit: 2 Min
Wetterphänomen am Neusiedler See sorgt immer wieder für große Wasserverlagerungen von einem zum anderen Ufer.
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Während am Sonntag im Seebad in Illmitz die Wellen über den Steg spritzen, herrschte in der Ruster Bucht „Ebbe“. Die wenigen Boote, die über den Winter nicht aus dem Wasser gehoben wurden, standen dort auf schlammigen Grund.

Die Pegelstände zeigten an den verschiedenen Messstellen rund um den Neusiedler See recht unterschiedliche Werte. Während in Rust 114,93 Meter ü.A. (über Adria) gemessen wurden, waren es etwa in Apetlon 115,71 Meter ü.A. und damit um 78 Zentimeter mehr.

Extremereignisse alle zwei bis drei Jahre

Schuld an der Wasserverlagerung war das Sturmtief Nadia, das für Windspitzen von über 100 km/h sorgte (in Podersdorf wurden 103 km/h gemessen) und das Wasser in den südöstlichen Teil des Sees drückte.

Das Phänomen der Wasserverlagerung ist nicht unbekannt. Alle zwei bis drei Jahre sind derart hohe Wasserschwankungen – die sogar bis zu einem Meter betragen können - im burgenländischen Steppensee zu beobachten. Je nach Windstärke, Dauer und Windrichtung können sich die Pegelstände auch in wenigen Tagen wieder völlig umkehren.

Derartige Extremereignisse treten zu 90 Prozent in den Frühling- und Wintermonaten auf. Zuletzt war das im Februar 2020 der Fall. Damals war es das Sturmtief Petra, das für besorgniserregende Bilder aus Neusiedl am See sorgte, wo das Ufer weit zurückgetreten war.

See wartet dringend auf Niederschlag

Die hohen Pegelschwankungen gehören zu den Charakteristika des Neusiedler Sees. Dass dadurch nun aber vermehrt der Seegrund zu sehen ist, hat mit dem seit einigen Jahren generell sehr niedrigen Wasserstand zu tun. Momentan ist der durchschnittliche Pegelwert nur fünf Zentimeter vom Minimum (seit Messbeginn 1965) in dieser Jahreszeit entfernt. Der ausbleibende Niederschlag macht dem See weiter zu schaffen.