Hitze entlud sich am Donnerstag in kräftigen Gewittern. Der Donnerstag geht gemeinsam mit dem 22. Juni als bislang heißester Tag des Jahres in die Statistik ein: In Wolkersdorf im Weinviertel wurden am späten Nachmittag 35,8 Grad erreicht und damit wurde es exakt gleich warm wie in Krems Ende Juni.

Von Redaktion NÖN.at. Erstellt am 21. Juli 2017 (09:08)
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Symbolbild

Die Hitze entlud sich allerdings wieder in heftigen Gewittern. Diesmal bildete sich über Tirol ein Gewitterkomplex, der in weiterer Folge über nahezu ganz Österreich zog. In Summe blitzte es laut UBIMET österreichweit 68.932 mal. Das Zentrum lag diesmal in Oberösterreich mit 22.570 Blitzen und der Steiermark mit 16.593 Entladungen. Dazu gab es zum Teil große Regenmengen in kurzer Zeit, Hagel und Sturmböen.

Schon am Donnerstagnachmittag ging es in Tirol mit teils schweren Gewittern los, in Seefeld schüttete es binnen 10 Minuten fast 16 Liter pro Quadratmeter. Diese Gewitter breiten sich in weiterer Folge immer weiter aus und wuchsen zu einem großen Gewitterkomplex an, der in der Nacht auf Freitag schließlich nahezu ganz Österreich überquert hat. Einzig Teile Vorarlbergs, des Tiroler Oberlands sowie weite Teile Kärntens und die südliche Steiermark bekamen nichts oder nur wenig ab.

Salzburg, Oberösterreich und die Obersteiermark im Zentrum

Die größte Zahl an Blitzen gab es im steirischen Bezirk Liezen mit 5.455, gefolgt von Hallein in Salzburg mit 4.160 und Gmunden mit 3.941 Entladungen. „Hallein war mit einer Blitzdichte von 6,22 Blitzen pro Quadratkilometer auch relativ gesehen der blitzintensivste Bezirk Österreichs“, sagt UBIMET-Chefmeteorologe Manfred Spatzierer. „Auf den Plätzen folgen Grieskirchen in Oberösterreich mit 4,31 Entladungen pro Quadratkilometer und Vöcklabruck mit 3,26 Blitzen pro Quadratkilometer.“ Im Bezirk Hallein entfallen zudem 1.458 Blitze auf das Gemeindegebiet von Abtenau, die größte Blitzdichte gab es allerdings im oberösterreichischen Pühret mit 17,96 Blitzen pro Quadratkilometer.

Die großen Regenmengen sowie lokaler Hagel sorgten zudem für Probleme. Im Tiroler Westendorf kamen binnen kurzer Zeit 47 Liter pro Quadratmeter zusammen, im Salzbuger Lofer 45 Liter, in Vöcklabruck 44 Liter und im niederösterreichischen Lunz am See noch 40 Liter pro Quadratmeter. Aber auch der Wind war gebietsweise ein Thema, so erreichten die Gewitterböen in Kremsmünster oder am niederösterreichischen Buchberg 101 km/h, 90 km/h gab es in Waizenkirchen, Linz und Bad Zell. Markant sind aber auch die 86 km/h im ansonsten eher windschwachen Zeltweg in der Steiermark.

Unbeständig, Montag teils sehr nass

Die kommenden Tage bleiben gewitteranfällig und schwül, am Montag zeichnen sich in vielen Landesteilen sogar große Regenmengen ab. Danach geht es unbeständig und entlang der Alpennordseite teils nass weiter. Die Temperaturen gehen vergleichsweise deutlich zurück und kommen am Dienstag nicht mehr über 16 bis 27 Grad hinaus.

UBIMET

Anzahl und Blitzdichte nach Bundesland am 19. Juli 2017

Oberösterreich: 22.570; 1,88 Blitze/ km²

Steiermark: 16.593; 1,01 Blitze/ km²

Salzburg: 11.117; 1,55 Blitze/ km²

Tirol: 9.809; 0,78 Blitze/ km²

Niederösterreich: 7.136; 0,37 Blitze/ km²

Kärnten: 1.354; 0,14 Blitze/ km²

Burgenland: 348; 0,09 Blitze/ km²

Wien: 5; 0,01 Blitze/ km²

Österreich Gesamt; 68.932; 0,82 Blitze/ km²