NÖ und Burgenland erlebten wieder eine Tropennacht. Auch in der Nacht auf Donnerstag haben die Bewohner von sechs Bundesländern - darunter auch Niederösterreich und das Burgenland - tropische Temperaturen erlebt: An 45 der 270 Wetterstationen der ZAMG fielen die Messwerte nicht unter 20 Grad.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 02. August 2018 (10:45)
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Symbolbild

Die Temperaturen lagen aber etwas unter jenen der Nacht davor. Am heißesten war es erneut in der Wiener Innenstadt: Dort betrug der Tiefstwert 23,3 Grad, nach 24,2 Grad in der Nacht auf Mittwoch.

Der Rekord für die wärmste Nacht in Österreich liegt laut der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik unangefochten bei einem Tiefstwert von 26,9 Grad. Er wurde bisher zweimal gemessen, und zwar in der Nacht auf den 23. Juli 2015 und zuletzt vor fast genau einem Jahr, in der Nacht auf den 2. August 2017, beide Male ebenfalls in der Wiener Innenstadt.

Neben Wien haben auch Orte im Burgenland, in Nieder- und Oberösterreich sowie in der Steiermark und Salzburg eine Tropennacht verzeichnet. Kühl ist es hingegen naturgemäß auf den Bergen mit dem Brunnenkogel (3.437 Meter Seehöhe) in Tirol als kältestem Ort mit gerade einmal zweieinhalb Grad plus. Den höchsten Wert unter den Messstationen auf über 1.000 Metern erreichte der Höhenluftkurort Fischbach (Bezirk Weiz) in der Steiermark (1.034 Meter) mit 17,4 Gad.

VCÖ: Bodenversiegelung verschärft Belastung

Die stetig zunehmende Bodenversiegelung verschärfe die Belastung durch Hitze, darauf machte der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) aufmerksam. Laut Daten des Umweltbundesamts seien schon 2.264 Quadratkilometer der Fläche Österreichs durch Bau und Verkehr versiegelt, das entspreche der fünffachen Fläche Wiens.

In Städten und Gemeinden brauche es mehr Grünflächen und Bäume entlang der Straßen, außerdem müsse die Zersiedelung gestoppt werden. "Versiegelte Flächen sind deutlich wärmer als Grünland, weil die kühlende Wirkung der Verdunstung fehlt", sagte Markus Gansterer vom VCÖ. Laut AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) gab es im Vorjahr in Österreich 586 Hitzetote, von 2003 bis 2012 seien rund 2.400 Menschen wegen Hitze gestorben.

Die Hilfsorganisation der Johanniter warnte unterdessen angesichts der Wetterprognosen vor der Gefahr von Hitzschlag vor allem im Auto. Kinder, hilflose Menschen und Tiere sollten niemals zurückgelassen werden. Die Johanniter würden immer wieder zu Einsätzen gerufen, weil Kleinkinder trotz Hitze alleine im Auto geblieben waren. "Auch wenn das Kind schläft und man es nicht stören möchte, sollte man es auf jeden Fall mitnehmen", appellierte Chefärztin Gabriele Lerche an alle Eltern.