Stieftochter missbraucht: 30-Jähriger vor Gericht. Der Prozess am Landesgericht Eisenstadt um einen 30-jährigen Burgenländer, der seine damals acht- bzw. neunjährige Stieftochter missbraucht haben soll, ist am Montagnachmittag vertagt worden. Zuvor waren noch weitere Zeugen befragt worden.

Von Redaktion, APA. Update am 27. November 2017 (16:13)
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Der Angeklagte wurde zu neun Monaten bedingter Haft verurteilt.
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Bei dem Prozess wurde dem 30-jähriger Burgenländer vorgeworfen, zwischen 2015 und November 2016 die Stieftochter sexuell missbraucht haben zu haben. Die Übergriffe sollen beim Duschen stattgefunden haben.

Der 30-Jährige soll außerdem versucht haben, mit seiner Ehefrau vor dem Mädchen Sex zu haben, damit die Stieftochter "aufgeklärt" werde. Weiters soll er das Kind geschlagen haben. Dem Angeklagten werden neben schwerem sexuellen Missbrauch der Unmündigen auch Vergewaltigung, geschlechtliche Nötigung und fortgesetzte Gewaltausübung vorgeworfen.

Vor Gericht stritt der Mann die Vorwürfe ab. Er würde seine Stieftochter nicht verletzen, meinte der 30-Jährige. In der Dusche habe er das Mädchen nur "oberflächlich" gereinigt. Sie wiederum habe ihn nur am Rücken gewaschen, alles andere würde er "nie zulassen". Er sei selbst als Kind missbraucht worden.

Eine Sozialpädagogin des SOS Kinderdorf, in dem sich das Opfer zurzeit befindet, berichtete, dass das inzwischen zehn Jahre alte Kind emotional instabil sei und häufig Impulsausbrüche habe. Es befinde sich in Psychotherapie mit Schwerpunkt Traumatherapie. Für den Angeklagten bestehe Besuchsverbot, so die Sozialpädagogin.

Die Zeugin legte dem Gericht Aufzeichnungen der Betreuer zu Aussagen des Opfers bezüglich des Falls vor. Demzufolge soll das Mädchen gesagt haben, dass sich sowohl der 30-Jährige als auch dessen Vater an ihr vergangen hätten. Sie soll mit einem Brett und einem Besenstiel geschlagen worden sein. Weiters soll sie gezwungen worden sein, alles aufzuessen, wobei sie auch erbrochen hätte.

Das Opfer sei grundsätzlich ein "fröhliches Mädchen", das sich gerne bewege und kontaktfreudig sei, berichtete die Zeugin. Die Zehnjährige beschuldige sich selbst, dass sie nun keinen Vater mehr habe, sie wünsche sich eine Familie.

Laut einer Polizistin, die mit dem Fall betraut war, war die Sache nach einem Hinweis der Schule ins Rollen geraten. Der Angeklagte sei zweimal vernommen worden, das zweite Mal auf seinen eigenen Wunsch. Beim ersten Mal habe er sich teilgeständig gezeigt, beim zweiten Mal habe er ein Geständnis abgelegt.

Ein Gutachten eines Sachverständigen attestierte dem Angeklagten eine leichte Intelligenzminderung, sexuelle Unreife sowie eine Störung der Sexualpräferenz im Sinne der Pädophilie. Die Zurechnungsfähigkeit sei aber vermindert gegeben. Der Sachverständige erachtete es für wahrscheinlich, dass der 30-Jährige zu gleichartigen Handlungen, wie den angeklagten, neigen werde.

Die Ehefrau des Mannes entschlug sich der Aussage. Weitere Zeugen erzählten, dass das Mädchen von Übergriffen berichtet habe. Die Verhandlung wurde auf Dezember vertagt.