Blackout ist im Burgenland (noch) Theorie

Erstellt am 22. September 2022 | 04:23
Lesezeit: 2 Min
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Im Land liegen Stromausfälle jährlich unter dem Bundesschnitt. Netz-Burgenland-Geschäftsführer Wolfgang Trimmel (Bild) unterstreicht die Zuverlässigkeit.
Foto: Netz Burgenland
Burgenland liegt bei Stromausfällen wieder unter dem Österreich-Schnitt. Blackout bleibt aber ein Thema.
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19 Minuten – so lange dauerten im Burgenland alle Stromausfälle zusammen, wenn man das Jahr 2021 aufrechnet. Die jüngst veröffentlichten Zahlen der E-Control zeigen, dass das Land damit neuerlich unter dem bundesweiten Stromausfall-Schnitt liegt (siehe Grafik unten).

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Im Land liegen Stromausfälle jährlich unter dem Bundesschnitt
Foto: NetzBgld

Zugleich erlebt das Thema Blackout derzeit einen regelrechten Boom und liegt auch hierzulande unter den online meistgesuchten Begriffen ganz vorne: „Was tun, wenn der Strom ausfällt?“

Die Frage beschäftigt Haushalte (wo das Geschäft mit Notstrom-Aggregaten nicht erst seit Corona blüht) wie Gemeinden (wo zentrale Anlaufstellen für Notfälle festgelegt werden). „Das burgenländische Stromnetz zählt trotz einer weit verzweigten, ländlichen Struktur zu den verlässlichsten Netzen Europas“, wird seitens der Netz Burgenland auf BVZ-Anfrage betont: 21 Umspannwerke, rund 2.800 Trafostationen und 9.800 Kilometer Leitungen sorgen für 99,99 Prozent Verfügbarkeit.

Die Geschäftsführer Wolfgang Trimmel und Florian Pilz verweisen zudem auf laufende Erweiterungen. Wenn einmal etwas passiert, führt man das in der Branche übrigens meistens auf die „drei B-s“ zurück: Blitz, Baum und Bagger.

Österreichweit verzeichnete die E-Control mit 23 Minuten für 2021 den niedrigsten Stromausfalls-Wert seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2003; auch die Gasversorgung sei „trotz der sehr angespannten Lage auf sehr hohem Niveau“. Dennoch ist der Blackout – also der „unvorhersehbare Totalzusammenbruch des überregionalen Stromversorgungsnetzes für einen längeren Zeitraum“ – keine Utopie. Eine aktuelle Studie im Auftrag des Parlaments zeigt, dass man sich auch auf höchster Ebene vorbereitet.

Bereits bekannt sind die Zivilschutz-Tipps, die zu Vorräten und Notfalls-Ausrüstung für mindestens zehn Tage raten. Zugleich ergibt die Studie „keine klaren Belege für ein steigendes Risiko“ und zeigt auf, dass der Wiederaufbau in bis zu maximal 48 Stunden geschafft werden könnte. Voraussetzung ist aber, dass es sich nicht um einen Ausfall handelt, der mehrere Länder umfasst.