März 2018 war trüb und kühl. Der März war heuer einer der kältesten und trübsten der vergangenen Jahre. Laut vorläufiger Bilanz der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) lag die Temperatur um 1,4 Grad unter dem Durchschnitt. Zudem war die Sonne viel seltener zu sehen als normal, Niederschlag war ungleich verteilt.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 03. April 2018 (12:30)
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Die Sonne war im März nur selten zu sehen

"Ähnlich kühl war der März in den Jahren 2004 und 2005. Noch etwas kälter war es 2006 und 2013", sagte ZAMG-Klimatologe Alexander Orlik in einer Aussendung am Dienstag. Heuer waren die lokalen Unterschiede sehr hoch. Kältepol unter 1.000 Meter Seehöhe war Klausen-Leopoldsdorf in Niederösterreich mit -23,4 Grad am 1. März. Die höchste Temperatur des Monats verzeichnete Weyer in Oberösterreich mit 19,2 Grad am 11. März.

Nachdem es in den ersten Märztagen noch kalt war, wurde es bis Mitte des Monats langsam frühlingshaft warm. Um den 19. März beendete ein polarer Kaltluftvorstoß den Temperaturanstieg. Das sorgte auch für die besonders vielen Eistage, in denen es keine Plusgrade gab. In Niederösterreich und im Burgenland, den relativ kältesten Bundesländern in diesem Monat, gab drei- bis fünfmal so viele Eistage wie normal.

Die relativ kältesten Regionen des Landes, mit Abweichungen von minus 1,5 bis minus 2,7 Grad waren große Teile Oberösterreichs, Niederösterreich, Wien, das Burgenland sowie die Steiermark südlich der Mur und Mürz. In Salzburg, der Obersteiermark, Kärnten und Osttirol verlief der März um 0,5 bis 1,5 Grad kälter als das klimatologische Mittel. Nur etwas kälter bzw. ausgeglichen war der März 2018 (minus 0,5 bis 0,5 Grad), in Vorarlberg und Nordtirol.

Der Niederschlag war ungleich verteilt. Während es in der Nordhälfte Österreichs um 25 bis 50 Prozent trockener als in einem durchschnittlichen März war, fielen südlich des Alpenhauptkamms 25 bis 70 Prozent mehr Regen und Schnee. In Kärnten gab es sogar bis zu 150 Prozent mehr Niederschlag.

Die Sonne ließ sich dagegen österreichweit sehr selten blicken. Es gab 19 Prozent weniger Sonnenstunden als in einem durchschnittlichen März, was den Monat zum sonnenärmsten seit 2009 macht. Der meiste Sonnenschein des Monats wurden mit 147 Stunden an der ZAMG-Wetterstation in Sillian in Osttirol registriert. In der Südsteiermark, der trübsten Region des Landes, liegen die Abweichungen sogar bei 30 bis 40 Prozent.

Das kalt-trübe Wetter wirkte sich auch auf die Pflanzen aus. Der Vorfrühling schritt nur zögerlich voran, womit die Vegetation aktuell etwa zwei bis drei Wochen hinter dem Durchschnitt liegt.