Trauer um Robert Schneider. Als Keramik-Künstler, Geschäftsführer der Cselley Mühle Oslip und Querdenker war Robert Schneider seit Jahrzehnten bekannt. Der Künstler verstarb in der Nacht auf Samstag im 70. Lebensjahr.

Von Wolfgang Millendorfer. Update am 13. April 2019 (20:57)

Im Spannungsfeld zwischen Kunst und Kultur war Robert Schneider stets bekannt dafür, sich kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Immer sah er sich auch als „Ermöglicher“ von Kunst – als Mitbegründer und Geschäftsführer der Cselley Mühle in Oslip wurde er dieser Rolle mehr als gerecht. Nach schwerer Krankheit verstarb Robert Schneider in der Nacht auf Samstag im Alter von 69 Jahren.

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BVZ-Martinipreis 2012. Robert Schneider, Hans Bögl und Sepp Laubner (v.l.) wurden in der Kategorie Kultur ausgezeichnet.

Am 30. Jänner 1950 geboren, absolvierte Schneider die Landesfachschule für Keramik in Stoob. Dem Werkstoff Keramik blieb er treu, bekannt auch seine Klang-Objekte und der „Riss“, der sich durch sie hindurchzog. 1976 gründete Robert Schneider gemeinsam mit Sepp Laubner und Freunden das Kunst- und Aktionszentrum Cselley Mühle in Oslip, das bis zum heutigen Tag als eines der Zentren der Szene schlechthin gilt.

Als „Motor und Seele“ der Mühle war Schneider stets vor Ort, packte an, plauderte und philosophierte mit seinen Gästen, immer ein ebenso schelmisches wie neugieriges Funkeln im Auge, dem Neuen gegenüber offen.

So offen wie die Türen der Cselley Mühle, die in mehr als 40 Jahren nicht nur als Schauplatz historischer Konzerte diente, als Sprungbrett der heutigen Kleinkunst-Elite oder als Erfinder vieler neuer Formate, sondern vor allem auch als Labor der jungen Szene, die sich hier ausprobieren und austoben konnte. Schneider gefiel’s. Das war und ist die Cselley Mühle. Im Nachruf steht geschrieben: „In ihr wird Robert Schneider weiterleben.“