Hygiene in Corona-Zeit: Desinfektor im Einsatz. Desinfektionen kommen bei Verdacht auf Corona oder als Vorsorgemaßnahmen zum Einsatz. Durchführen darf dies nur ein staatlich geprüfter Desinfektor.

Von Richard Vogler. Erstellt am 02. April 2020 (06:31)
Vor dem Einsatz. Hannes Fenz (r., im Bild mit Balazs Kozak, Otmar Borchers und Sorin Pinticuti) ist staatlich geprüfter Desinfektor.
zVg

Hände waschen, Hände waschen, Hände waschen – dies ist bekannterweise eine sehr gute Möglichkeit, die Verbreitung von Virusinfektionen zu verhindern. Ist es jedoch zu spät, oder will man auf Nummer sicher gehen und Vorsorgemaßnahmen treffen, so wird desinfiziert. Letzte Woche etwa wurden von der Polizei zwei Desinfektionen in Auftrag gegeben: Ein Büro in der Landespolizeidirektion und der Polizeiposten in Hornstein.

Gsellmann als „Desinfektor in Ausbildung“

„Es wird immer wieder als Vorsichtsmaßnahme und zum Selbstschutz durchgeführt. In Hornstein wurde dies aufgrund eines Verdachtsfalles beim Parteienverkehr durchgeführt“, wird von Seiten der Pressestelle der Landespolizeidirektion festgehalten. Grundsätzlich muss eine Desinfizierung nicht automatisch der Behörde gemeldet werden.

„Wichtig ist aber: Das Auftreten von anzeigepflichtigen Krankheiten ist der Bezirksverwaltungsbehörde unverzüglich zu melden“, heißt es von der Pressestelle des Landes. In diesem Fall wird eine Desinfizierung durch den Amtsarzt beauftragt.

Das Land Burgenland hat einen eigenen Desinfektor in seinen Reihen. Er ist für die Bezirkshauptmannschaften, die Gemeinden und für landeseigene Einrichtungen zuständig. Diese Aufgabe wird von Patrick Gsellmann in der Abteilung 6 Soziales und Gesundheit ausgeübt. Aktuell ist er „Desinfektor in Ausbildung“.

„Der Coronavirus hat uns in Erinnerung gerufen, dass Hygiene und Reinlichkeit existenziell für eine gesunde Gesellschaft sind und wie fatal die Folgen sein können.“Franz Rumpolt, OSR Facility Services GmbH

Immer wieder werden von Seiten des Landes hingegen jedoch auch externe Firmen beauftragt, Desinfektionen durchzuführen. Hier werden nur solche Unternehmen berücksichtigt, die einen staatlich geprüften Desinfektor beschäftigt haben. Eine davon ist die OSR Facility Services GmbH, die ihren Hauptsitz in Eisenstadt hat.

„Wir führen oft Desinfektionen im Auftrag von Behörden durch wo eine ‚normale Reinigung‘ nicht ausreicht. Dort gibt es sehr strenge Auflagen bezüglich der Abläufe wie sie auch in Krankenhäusern in sensiblen Bereichen vorgeschrieben sind“, berichtet Franz Rumpolt Geschäftsführer, um weiter auszuführen: „Der Coronavirus hat uns in Erinnerung gerufen, dass Hygiene und Reinlichkeit existenziell für eine gesunde Gesellschaft sind und wie fatal die Folgen sein können. Grundsätzlich sollte man sich bewusst sein: intensives Händewaschen wirkt wie Desinfektion.“

Steht eine Desinfektion mit Verdacht auf Coronaviren an, so ist bei der OSR der Ablauf wie bei herkömmlichen Einsetzten, wenn ein Verdacht auf Virus Kontaminierung vorliegt. Beim Kunden angekommen, wird noch vor dem Betreten des Gebäudes Mundschutz, Einweghandschuhe sowie ein Schutzanzug übergestreift.

Hannes Fenz von der OSR, staatlich geprüfter Desinfektor berichtet: „Es gibt grundsätzlich verschiedene Verfahren, die bei einer Desinfektion zum Einsatz kommen.Im Falle eines Corona-Verdachtes wird das Wischverfahren angewendet, bei diesem Verfahren kommen Desinfektionsreiniger mit Einwegtüchern zur Anwendung. Hier ist das richtige Desinfektionsmittel (Covid-19 ist ein umhülltes Virus ) mit dem Zeitfaktor das Maß, um die Viren abzutöten, so dass keine Gefahr mehr von Oberflächen ausgehen kann, um es anschließend mit klarem Wasser zu neutralisieren.“