Juni 2019 brach unzählige Rekorde. Der Juni 2019 war in Österreich in jeder Hinsicht ein Rekordmonat, so geht er als der wärmste, der sonnigste und der trockenste Juni der Messgeschichte in die Annalen ein.

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 30. Juni 2019 (12:34)
Symbolbild

Nach Angaben der Experten der Österreichischen Unwetterzentrale (www.uwz.at) gab es unzählige Rekorde und das sowohl bei den Tageshöchstwerten als auch bei den Nachttemperaturen. Örtlich wurden mitunter auch neue Allzeit-Rekorde verzeichnet.

„Der Juni 2019 fällt mit einer Abweichung von +4,7 Grad gegenüber dem langjährigen Mittel deutlich zu warm aus“, sagt Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe der Unwetterzentrale. Besonders groß war die Abweichung vom Tiroler Unterland bis nach Niederösterreich und Wien, hier war der Juni im Schnitt 5 Grad zu warm, lokal wie etwa in Windischgarsten sogar 6 Grad. Landesweit war der Juni 2019 der wärmste der Messgeschichte, nur gebietsweise wie etwa in Vorarlberg und in Teilen Tirols war der Juni 2003 etwas heißer. Nach dem zu kalten und zu nassen Mai setzte in den Alpen zudem eine extreme Schneeschmelze ein, welche am 12. und 13. zu einem markanten Hochwasser am Inn führte. Nur knapp wurde in Innsbruck ein hundertjährliches Hochwasser verfehlt.

Rekord an Hitzetagen

„Mit 17 Hitzetagen wurden in Innsbruck und Langenlebarn ein neuer Monatsrekord aufgestellt“, analysiert Spatzierer. Der bisherige Rekord lag bei 15 in Haiming und Leibintz. Bei den Tageshöchstwerten wurden an mehr als der Hälfte aller Wetterstationen neue Juni-Stationsrekorde aufgestellt, davon stellen 27 sogar neue Allzeit-Rekorde dar, wie etwa in Imst, am Brenner oder auf der Schmittenhöhe. In drei Bundesländern wurden dabei neue Monatsrekorde aufgestellt:

·         Kärnten: 38,1 Grad in Hermagor (27.6.)

·         Tirol: 37,5 Grad in Imst (26.6.) und Innsbruck (27.6.)

·         Steiermark: 37,2 Grad in Graz (27.6.)

Rekord an Tropennächten

In der Wiener Innenstadt gab es in Summe 13 Tropennächte, damit wurde der bisherige Rekord von 12 aus dem Jahr 2003 übertroffen. Mit einem Tiefstwert von 25,9 Grad war die Nacht auf den 27. zudem die wärmste Juninacht der Messgeschichte in Wien. In Oberösterreich wurde in der Nacht zum 15. örtlich sogar die wärmste Nacht überhaupt verzeichnet, als die Temperatur in Windischgarsten nicht unter 25,3 Grad bzw. in Linz unter 23,6 Grad sank.

Extreme Trockenheit und viel Sonnenschein

Beim Niederschlag gab es über das ganze Land betrachtet weniger als die Hälfte der sonst üblichen Regenmengen (etwa 40%). Zuletzt annähernd so trocken war es im Juni 1976, damals lag die Temperatur aber im Bereich des langjährigen Mittels.

In manchen Alpentälern wie etwa im Oberen Ennstal oder im Drautal sowie teils auch im Wienerwald wurde heuer mitunter nur 10% des Monatssolls erreicht, so gab es etwa in Wien-Mariabrunn nur 9 mm Regen (Mittel 76 mm). Nur punktuell haben Gewitter für eine ausgeglichene Bilanz gesorgt, wie etwa in Poysdorf (NÖ), in Reichenau im Mühlkreis (OÖ) oder in Deutschlandsberg (ST). Örtlich sorgte Hagelschlag allerdings für Schäden in Millionenhöhe, so gab es etwa am 6. und am 27. Hagel mit einer Größe bis 5 cm. Besonders betroffen waren das Mühl- und Waldviertel, die südliche Steiermark und das Südburgenland.

Die Sonne hat in diesem Juni hingegen Überstunden geleistet, so schien sie in Summe fast anderthalbfach so lange wie üblich. Das ergibt den sonnigsten Juni der Messgeschichte, in Mörbisch kommen einschließlich des 30.6. sogar 370 Sonnenstunden zusammen.

Rekorde in ganz Europa

Nicht nur in Österreich war der Juni 2019 von großer Hitze geprägt, sondern in weiten Teilen Mittel- und Westeuropas. Unzählige Rekorde wurde aufgestellt, so gab es auch erstmals in der Messgeschichte einen Höchstwert über 45 Grad in Frankreich: In Gallargues-le-Montueux erreichte die Temperatur am 28.6. sogar 45,9 Grad. Der bisherige Rekord aus dem Jahr 2003 von 44,1 Grad wurde gleich an 12 Wetterstationen übertroffen.

Die Anzahl der Rekorde sowie deren Ausmaß sind absolut ungewöhnlich, so treten monatliche Hitzerekorde weltweit schon fünfmal öfter auf, als es ohne Klimaerwärmung der Fall wäre.