Cannabisplantage zufällig entdeckt: Prozess. Die Entdeckung einer Cannabisplantage im Südburgenland hat für einen 25-jährigen Niederösterreicher am Mittwoch vor dem Landesgericht Eisenstadt geendet.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 03. Mai 2017 (16:21)
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NOEN, APA (Archiv/epa)

Der Mann soll das Suchtgift zusammen mit anderen geerntet und teilweise verkauft haben. Außerdem hatte die Polizei bei ihm zuhause eine funktionstüchtige Werfergranate gefunden. Der Angeklagte war geständig. Die Verhandlung wurde vertagt.

"Das Geld vom Cannabis wurde eins zu eins gleich in Heroin angelegt" Der Angeklagte

Vor Gericht gab der 25-Jährige an, die Plantage zufällig entdeckt zu haben. Er sei mit seiner Mutter im November des Vorjahres im Südburgenland Holz holen gewesen und habe während der Fahrt die Pflanzen gesehen. Danach sei er mit seinem eigenen Auto zu einem burgenländischen Bekannten gefahren und habe mit diesem und einem Rumänen das Feld abgeerntet. Um die fünf Kilogramm Pflanzen hätten sie so in schwarze Müllsäcke geladen.

Beim Bekannten seien die Pflanzen gleich verarbeitet worden, danach hätten sie "Hälfte Hälfte gemacht". An die eineinhalb Kilogramm Cannabisblüten sollen es gewesen sein. Der Rumäne habe "drei, vier Handvoll" erhalten. Er habe seinen Teil getrocknet, dabei sei etwa ein Viertelkilo "verschimmelt", meinte der Niederösterreicher. "Das habe ich wegschmeißen müssen." Das Suchtgift habe er verkauft und selbst konsumiert.

Der Gewinn sei in seine Heroinsucht geflossen. "Das Geld vom Cannabis wurde eins zu eins gleich in Heroin angelegt", sagte der 25-Jährige. Zu der harten Droge sei er über den Burgenländer gekommen. Ab Dezember des Vorjahres habe er das Suchtgift aber langsam abgesetzt. Seit Mitte Februar sei er ganz davon weg.

Werfergranaten-Besitz: Explosionsgefahr bestand

Der Niederösterreicher musste sich auch wegen Besitzes einer funktionstüchtigen Werfergranate rechtfertigen. Diese hatte die Polizei "im Vorraum" in einem "Schuhkasten gelagert" gefunden, berichtete ein Ermittler. Das Kriegsrelikt hätte laut Entminungsdienst bereits aufgrund von Temperaturschwankungen explodieren können, so der Beamte. Der Angeklagte gab an, die Granate bei einer Metalldetektorsuche gefunden zu haben.

Wer die Cannabispflanzen tatsächlich angebaut hatte, war laut dem Polizeibeamten nicht mehr nachvollziehbar. "Natürlich wird sich keiner melden und sagen, jemand hat meine Cannabispflanzen gestohlen", so der Ermittler.

Der burgenländische Bekannte war nicht vor Gericht erschienen. Richterin Doris Halper-Praunias vertagte daher die Verhandlung zur neuerlichen Ladung des Zeugen.