Siebenschläfertag leitet Hitzewelle im Osten ein

Erstellt am 25. Juni 2022 | 11:23
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Foto: Shutterstock.com, Kittisak Jirasittichai
Der Juni war bislang vor allem in der Westhälfte außergewöhnlich warm. Nach Angaben der Experten der Österreichischen Unwetterzentrale (www.uwz.at) muss man kommende Woche auch im Osten mit großer Hitze rechnen, vor allem zum Monatsende hin sind Temperaturen über 35 Grad in Sicht.
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Die Juni verlief bislang 2 Grad wärmer als im langjährigen Mittel von 1991 bis 2020, wobei die größten Abweichungen um +3 Grad im westlichen Bergland von Vorarlberg bis zu den Tauern verzeichnet wurden. 

Vergleichsweise gering waren die Abweichungen mit 1 bis 1,5 Grad bislang im östlichen Flachland, diese werden zum Monatsende jedoch ansteigen: „Ein umfangreiches Tief setzt sich am Wochenende über dem Ostatlantik fest und führt zumindest bis zum Monatswechsel schubweise feuchtwarme Luftmassen in den Alpenraum“, erklärt Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe der österreichischen Unwetterzentrale (www.uwz.at). „Der Osten wurde von der großen Hitze bislang noch verschont, das wird sich aber bald ändern“.

Tief REBECCA bringt zweigeteiltes Wetter

An diesem Wochenende etabliert sich über dem Ostatlantik bzw. den Britischen Inseln ein umfangreiches Tiefdruckgebiet namens REBECCA. An der Ostflanke des Tiefs stellt sich in Mitteleuropa bis auf Weiteres eine südwestliche Höhenströmung ein, welche ab Sonntag sehr warme Luftmassen heranführt. Die Temperaturen steigen kommende Woche spürbar an, wobei der Schwerpunkt der Hitze diesmal die Südosthälfte des Landes trifft. Im Westen sorgen Schauer und teils kräftige Gewitter dagegen vor allem zur Wochenmitte für gedämpfte Temperaturen, somit zeichnen sich von West nach Ost zum Teil große Temperaturgegensätze an.

Im Osten teils über 35 Grad

Am Sonntag steigen die Temperaturen bei viel Sonnenschein bereits auf 26 bis 32 Grad, kommende Woche sind dann vor allem von Unterkärnten bis ins östliche Flachland täglich Temperaturen über 30 Grad in Sicht. „Von Dienstag bis Freitag sind im Osten Höchstwerte um 35 Grad zu erwarten“, so Spatzierer. Besonders heiß wird der Monatswechsel: „Die Modelle deuten im Osten auf große Hitze mit Höchstwerten um 38 Grad, der Zeugnistag in Wien und im Burgenland wird also nicht nur für die Kinder schweißtreibend“, prognostiziert der Experte.

Die bislang höchste Temperatur des Jahres wurde am 19. Juni in Feldkirch mit 36,5 Grad aufgestellt, dieser Wert dürfte kommende Woche übertroffen werden.

Siebenschläfertag

Der Siebenschläfertag ist ein altbekannter Lostag in der Meteorologie, welcher sich in zahlreichen Bauernregeln widerspiegelt. Das Wetter vom 27. Juni soll demnach den Trend für die nächsten 7 Wochen setzen: „Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag“. Tatsächlich gibt es im Hochsommer eine statistisch nachweisbare Erhaltungstendenz von Wetterlagen im Alpenraum, für diese meteorologische Singularität ist allerdings nicht nur ein einzelner Tag relevant, sondern generell die Witterung rund um den Monatswechsel. „Sollte die Regel heuer wieder zutreffen, würde das im Osten und Südosten einen Hitzesommer bedeuten, an der Alpennordseite dagegen einen gewitteranfälligen Sommer“, so der Experte.