Burgenland: 88 Schlepper seit Jahresbeginn gefasst

Erstellt am 30. Mai 2022 | 14:34
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Polizei Symbolbild
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Foto: Stefan Rotter, Shutterstock.com
In den Bezirken Neusiedl am See und Oberpullendorf wurden am Wochenende erneut drei Männer festgenommen, die in ihren Fahrzeugen Flüchtlinge transportierten. Die Polizei zog am Montag in einer Aussendung eine Zwischenbilanz zur Schlepper-Problematik.
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Wie die Exekutive in ihrer Aussendung festhielt, hatte man am Samstag einen 32-jährigen moldawischen Lkw-Fahrer an der Grenze in Nickelsdorf angehalten und festgestellt, "dass er im Laderaum seines Fahrzeugs 13 Personen am Boden liegend transportierte, welche nicht im Besitz von gültigen Reisedokumenten waren."

Nur einen Tag darauf kontrollierten Beamte in Stoob einen 36-jährigen Österreicher, der "vier Personen ohne gültige Dokumente in seinem Pkw transportierte. Ihm konnten insgesamt acht Schlepperfahrten nachgewiesen werden". Beide Schlepper wurden nach Abschluss der Erhebungen in die Justizanstalt Eisenstadt eingeliefert.

Zudem wurde am Sonntag "in Nickelsdorf ein 43-jähriger Rumäne am Grenzübergang kontrolliert, welcher zwei Männer mit gefälschten Reisedokumenten in seinem PKW mitführte und ihnen dadurch die illegale Einreise verschaffen wollte. Er wurde auf freiem Fuß angezeigt."

Von der Festnahme zur Verurteilung: Eine Zwischenbilanz

Insgesamt wurden von der burgenländischen Polizei seit Beginn des Jahres schon 88 Schlepper festgenommen wie man in der genannten Aussendung betonte. Die Zusammenarbeit zwischen den Justizbehörden und der Polizei würde sich demnach sehr erfolgreich gestalten. So wurden im Jahr 2021 vom Landesgericht Eisenstadt insgesamt 87 Schlepper verurteilt, im Jahr davor (2020) waren es 66.

"Die Dauer der Verfahren liegt im Schnitt bei drei bis vier Monaten – vom Beginn der Festnahme bis zum erstinstanzlichen Urteil", informierte die Landespolizeidirektion Burgenland. "Die Höhe der Strafen richtet sich nach den jeweiligen Fällen: Je nach Schwere der Taten, gemessen an der Anzahl der Schleppungen, der Zahl der geschleppten Personen, ob der/die Täter geständig ist, ob Vorstrafen vorliegen und insbesondere ob auch eine kriminelle Vereinigung dahintersteht oder die Tatbegehung auf eine Weise erfolgte, dass dabei das Leben des Fremden gefährdet wird, gibt es Strafen zwischen 14-18 Monaten und drei bis vier Jahren."

Dazu hielt man ein konkretes Beispiel fest: "Zwei Schlepper wurden am 30.9.2021 festgenommen, die Anklageschrift wurde nach den polizeilichen Erhebungen bereist am 4.10.2021 eingebracht und das Urteil am 21.12.2021 gesprochen. Die beiden Schlepper hatten zwischen 27.9. und 30.9.2021 im Rahmen einer kriminellen Vereinigung bei insgesamt drei Schlepperfahrten zumindest 68 Migrant:innen von der serbisch-ungarischen bis zur österreichisch-ungarischen Grenze gebracht, wo diese dann zu Fuß die Grenze überquerten. Pro Fahrt hatten die Schlepper € 8.000,-- verlangt."