Experten warnen vor Mangel an Dialyseplätzen. Die österreichische Gesellschaft für Nephrologie (ÖGN) warnt vor einem akuten Mangel an Dialyseplätzen im Burgenland.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 20. Januar 2020 (15:01)
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Im Spital in Eisenstadt gebe es mehr Patienten als Behandlungskapazitäten. Einige Betroffene müssten deshalb zu außerordentlichen Behandlungszeiten mitten in der Nacht zur ambulanten Dialyse kommen, hieß es am Montag in einer Aussendung.

Eine Verlegung der Behandlung nach Niederösterreich oder Wien sei nicht möglich, da auch dort die vorhandenen Plätze ausgelastet seien. Die Patienten würden deshalb in einer vierten Schicht, die zwischen 23 und 24 Uhr beginne und gegen drei oder vier Uhr morgens ende, behandelt. Der daraus resultierende Schlafentzug führe allerdings zu einer Verschlechterung des bereits beeinträchtigten Biorhythmus, zu häufigeren Blutdruckabfällen, Stress und Schlaflosigkeit, kritisierten die Experten der ÖGN.

Der akute Versorgungsengpass im Burgenland sei insofern unverständlich, als in Frauenkirchen 2015 ein zusätzliches Dialysezentrum eröffnet worden sei. Prinzipiell sei das Problem aber nicht neu. Eine mögliche Ursache dafür ortet die österreichische Gesellschaft für Nephrologie in der "unzureichenden Finanzierung der Spitalsdialysen durch die Krankenkassen". Sie fordert eine bundesweite Regelung, die den Mangel an Dialyseplätzen nachhaltig verhindern soll.