Weikersdorf am Steinfelde

Erstellt am 11. Oktober 2018, 13:18

von Gila Wohlmann und NÖN Sonderjournal-Redaktion

Von der Bürokauffrau zur Westernreit-Trainerin. Gabriele Michalek (62) bildet Reiter jeden Alters aus. Ihr erklärtes Motto: Pferde halten fit und jung.

Die 62-jährige Gabriele Michalek erringt auf nationalen wie internationalen Westernreitturnieren immer wieder Podestplätze und steht dabei dem jungen Reiternachwuchs um nichts nach.  |  Michalek

Pferde als Lebensbegleiter – schon von Kindheit an faszinierten Gabriele Michalek die edlen Vierbeiner. Den Reitsport ermöglichte ihr aber erst im Alter von 19 Jahren ihr Gatte Wolfgang, der sie bis heute in allen Belangen rund ums Pferd, sei es nun als Pferdepfleger, Stangenträger auf Turnieren oder bei der logistischen Abwicklung von Reitkursen, unermüdlich unterstützt.

Begeisterung fürs Westernreiten entdeckt

Wie die meisten Reiter begann Michalek in der klassischen Reitweise diesen Sport, damals noch in einem Reitstall bei Perchtoldsdorf, zu erlernen. „Bald fand ich aber meine Begeisterung fürs Wanderreiten“, erinnert sie sich an unzählige, unvergessliche Ausritte durch die Natur. Der Zufall wollte es, dass sie, damals bei einem Kurs 1989, das erste Mal mit Westernreiten konfrontiert wurde.

„Wer von Kind auf mit gutem Unterricht im Sattel sitzt, eignet sich Fähigkeiten an, die im Alter vieles erleichtern.“ 

„Ich spürte, dass diese Arbeit mit dem Pferd meinen Vorstellungen vom Reiten entsprach. Somit entschied ich mich 1990 endgültig für die Westernreitweise“, erzählt sie. Und auch, dass diese „Arbeitsreitweise zur damaligen Zeit in Österreich noch zu den ,exotischen‘ Reitausbildungen gehörte“.

„Das Unterrichten ist meine große Leidenschaft“

Westerntraining nahm die gelernte Bürokauffrau, die in einer Werbeagentur das Bildarchiv betreute, „so oft wie möglich“, wie sie betont. „Von Westernfreizeitreiten, Wanderreiten im Westernsattel bis Westernturniere habe ich alles genossen“, schildert die 62-Jährige, die ihre Pferde im „High Class Horse Center“ in Weikersdorf am Steinfelde eingestellt hat. Hier hat sie mit ihrem Gatten einen eigenen Stalltrakt, in dem sie neben den eigenen Vierbeinern noch weitere Trainingspferde betreut. Zeit dafür ist vorhanden, da das pferdebegeisterte Paar sich in den wohl verdienten Ruhestand verabschiedet hat. Von Ruhe ist keine Spur, sie ist mehrfache Landesmeisterin, österreichische Meisterin und sogar „World Show Qualifier“ in der Westernreitklasse „Ranch Riding“, einer an die Arbeitsreitweise der Cowboys angepassten Disziplin.

„Wer mit Tieren arbeitet, ist in der freien Natur und hat keine Zeit zum Altwerden“

„Das Unterrichten ist meine große Leidenschaft“, erzählt sie. So absolvierte sie die Prüfung zum FENA (Federation equestrian nationale Autriche)-Westernreitwart, zur staatlich geprüften Westernreitinstruktorin und staatlich geprüften Westernreittrainerin. Bei jeder Gelegenheit eignete sie sich mehr Wissen über Westernpferde und Westernreiten von Trainern im In- wie Ausland an. Auch Österreichs Jugendliche begleitete sie zum „Youth World Cup“ in Texas. Überdies darf sie auch auf den ersten Preis in „Austria Animal-Welfare“ verweisen. Dabei ist es ihr wichtig zu betonen, „dass trotz allen sportlichen Ergeizes immer das Pferd als Lebewesen mit Gefühlen und Partner und nie als Sportgerät gesehen werden darf“. Das vermittelt sie in ihren Kursen, denn sie bildet künftige Ausbilder im Westernreitsport aus.

Sie ist überzeugt: „Reiten fördert Gelenkigkeit, Balance und die Fähigkeit, schnell zu reagieren.“ Wer von Kind auf mit gutem Unterricht im Sattel sitzt, eignet sich Fähigkeiten an, die im Alter vieles erleichtern.“ Außerdem: „Wer mit Tieren arbeitet, ist in der freien Natur und hat keine Zeit zum Altwerden“, schmunzelt sie.

Mehr zu den Themen rund um Pflege, Betreuung und Gesundheit im aktuellen NÖN-Extra "Aktiv im Alter"!