Burgenland feiert 25-Jahr-Jubiläum des EU-Referendums. Mit einem Festakt in Eisenstadt wurde am Dienstag der morgige 25. Jahrestag des Referendums über den EU-Beitritt Österreichs gefeiert. Im Burgenland, wo die Zustimmung mit fast 75 Prozent damals am größten war, blickte man dabei positiv auf "fundamentale Veränderungen" zurück. Die Vorteile der EU dürfen aber niemals selbstverständlich werden, betonte der damalige Vizekanzler Erhard Busek (ÖVP).

Von APA Red. Erstellt am 11. Juni 2019 (13:33)
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Landtagspräsidentin Verena Dunst, Vizekanzler a.D. Dr. Erhard Busek, Landeshauptmann Mag. Hans Peter Doskozil, Landesrätin Mag.a Astrid Eisenkopf und Landesrat Mag. Heinrich Dorner

Er habe den "ungeheuren Wandel" in Österreich selbst miterlebt, die Jugend heute kenne hingegen nur die EU mit all ihren Stärken und Schwächen. Vor diesem Hintergrund gelte es, sich die Geschichte immer wieder in Erinnerung zu rufen. "Meine Generation hat noch sehr viel Krieg erlebt. Die junge Generation hat das nicht mehr erlebt, muss aber ein Auge darauf haben, dass wir den Frieden erhalten, weil er eben nicht selbstverständlich ist", betonte Busek.

Die Europäische Union sei heute vor allem eine Wirtschaftsgemeinschaft, die dafür gesorgt habe, dass "es uns besser geht, als es uns je gegangen ist". Auch um international konkurrenzfähig zu bleiben, brauche es die EU. Die Globalisierung und neue Konflikte seien große Herausforderungen. "Täuschen wir uns nicht: Wir sind nicht mehr in einer Situation, in der wir den Frieden garantiert haben", meinte Busek. Es gebe viele neue Arten von Krieg, etwa Zoll- und Internetkriege.

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Festakt im Landtagssitzungssaal anlässlich 25 Jahre EU-Referendum am 11. Juni 2019

Das Burgenland habe vor dem Beitritt Österreichs zur EU jahrzehntelang am Eisernen Vorhang gelebt. Vielleicht sei auch aus dieser Erfahrung heraus die Zustimmung zum EU-Beitritt am größten gewesen, meinte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ). Die weiteren Entwicklungsschritte seien für das Burgenland "sehr positiv" verlaufen: Hunderte Millionen Euro an EU-Förderungen seien in das Burgenland geflossen und hätten dieses Bild verwirklicht, das man heute sehe.

Nüchtern betrachtet, lebe man in Europa heute in einer Wirtschaftsunion, stellte Doskozil fest. Deren Ausfluss seien offene bzw. teilweise offene Grenzen, eine europäische Steuerpolitik für Wirtschaftsunternehmen sowie der Umstand, dass es in Rumänien, Bulgarien und anderen Staaten Menschen gebe, die nicht wüssten, wie sie ihren Lebensunterhalt bestreiten sollen. "Wir müssen uns die Frage stellen: Wo gehen wir hin?"

Nicht die Konzerne sollten Europa "diktieren", die Europäer selbst müssten die Linie vorgeben. "Da gibt es noch sehr viel zu tun", äußerte Doskozil den Wunsch "nach einem sehr starken Kommissionspräsidenten, der diese gesellschaftliche Ausgewogenheit leben kann". Man müsse sich immer vor Augen führen, dass das Ziel "ein friedliches und gemeinsames Europa" sei.