Den NS-Opfern der Roma und Sinti im Burgenland gedacht

Am Samstag gedachten Vertreter der Politik, der Kirche und des Kulturvereins österreichischer Roma gemeinsam mit Überlebenden und Angehörigen der Roma- und Sinti-Opfer des Nationalsozialismus.

Aktualisiert am 16. November 2021 | 16:08

Im Zuge der jährlichen Gedenkveranstaltung an die ermordeten und vertriebenen Roma und Sinti während des Zweiten Weltkrieges wurde beim Roma-Denkmal in Lackenbach am vergangenen Samstag eine Gedenktafel in Anwesenheit von Justizministerin Alma Zadić, Landesrat Heinrich Dorner, Landtagspräsidentin Verena Dunst, Vizebürgermeister von Lackenbach Norbert Cserinko und Vertreter der Roma-Vereine Burgenland enthüllt. Für Besucherinnen und Besucher der Gedenkstätte war es bislang nicht möglich, sich vor Ort über den exakten Hintergrund der Gedenkstätte in Lackenbach zu informieren.

Die Tafel berichtet auf Deutsch und Romanes von der Geschichte, den Lebensbedingungen und den Opfern des sogenannten „Zigeuneranhaltelagers“, welches sich von 1940 bis 1945 in Lackenbach befunden hatte. Ein QR-Code auf der Tafel verweist auf weiterführende Informationen auf der Webseite der Gemeinde Lackenbach. Mit Unterstützung durch die Kulturabteilung des Landes sowie der Gemeinde Lackenbach, den Mitarbeitern von RE.F.U.G.I.U.S. (REchnitzer Flüchtlings- Und GedenkInitiative Und Stiftung“) und der Volkshochschule der Roma, der Wissenschafterin Erika Thurner und weiteren Personen ist es gelungen, die Tafel aufzustellen.

Umrahmt wurde die Gedenkveranstaltung von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Oberpullendorf und der Musik der Balkan Combo. Historiker  Herbert Brettl erklärte in einem Referat die Genese des „Zigeuneranhaltelagers“ Lackenbach. Das Lager in Lackenbach war das größte dieser Art in Österreich sowie im gesamten Deutschen Reich und wurde am 23. November 1940 in einem ehemaligen Gutshof in Lackenbach im Kreis Oberpullendorf eingerichtet. Insgesamt wurden zwischen 1940 und 1945 mehr als 4.000 Roma und Sinti inhaftiert. Nur 300 bis 400 Häftlinge erlebten die Befreiung des Lagers durch sowjetische Truppen im April 1945.