"Roma unverzichtbarer Bestandteil der Identität". Zum Internationalen Romatag weist Landeshauptmann Hans Peter Doskozil auf die kulturelle Vielfalt des Burgenlandes hin. Im Rahmen des 100-Jahr-Jubiläums des Landes sind auch eigene Volksgruppen-Projekte in Planung.

Von Redaktion BVZ.at. Erstellt am 07. April 2021 (17:28)
Landeshauptmann Hans Peter Doskozil mit dem Buch „Einfach weg“, in dem Herbert Brettl und Gerhard Baumgartner die Geschichte der Roma aufgearbeitet haben.
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Als weltweiter Aktionstag steht der Internationale Romatag am 8. April im Zeichen der Volksgruppe: Zum einen soll damit auf die Situation der Roma aufmerksam gemacht werden, zum anderen wird die Roma-Kultur gefeiert.

„Die Roma können stolz auf ihre Kultur sein. Umgekehrt sind sie als Volksgruppe ein unverzichtbarer Bestandteil der burgenländischen Identität und tragen wesentlich zur kulturellen Vielfalt unseres Bundeslandes bei“ Landeshauptmann Hans Peter Doskozil 

Er betont aber, dass das Ziel noch nicht erreicht sei und es noch weiterhin Anstrengung bedürfe, die Lebens- und Erwerbssituation, aber auch die gesellschaftliche Stellung der burgenländischen Romnija und Roma weiter zu verbessern. In diesem Prozess gehe es auch um symbolische Gesten. Dabei sei der Bereich der wissenschaftlichen Forschung über die Volksgruppen genauso relevant wie die kontinuierliche Förderung von arbeitsmarktpolitischen, bildungspolitischen und kulturellen Projekten der Volksgruppe.

Zum 100-jährigen Jubiläum des Burgenlandes sind auch eigene Volksgruppen-Projekte in Planung. Unter den zahlreichen Volksgruppen-Projekten, die im Zuge des Förderprogramms zum Landes-Jubiläum eingereicht wurden, finden sich auch mehrere Projekte, die sich mit der Geschichte und Zukunft der Burgenlandroma auseinandersetzen. Das Spektrum der eingereichten Projekte reicht von Schulprojekten des Vereins Roma Service über das Projekt „Roma 2000“ bis hin zu einem Ausstellungsprojekt aller im Burgenland vertretenen Volksgruppen.

„Toleranz und Menschlichkeit“

Die Volksgruppenvereine werden im Burgenland mit rund 120.000 Euro jährlich gefördert, über das Kulturförderwesen werden Projekte mit weiteren 100.000 Euro jährlich unterstützt. „Wir wollen den Zusammenhalt im Burgenland hochhalten und unsere Volksgruppen gerade in unserem Jubiläumsjahr vor den Vorhang bitten.“ Auch weiterhin müsse man sich die Diskriminierung der  Volksgruppe der ins Gedächtnis rufen, sagt Doskozil, „denn Toleranz und Menschlichkeit sollen im Vordergrund stehen, um im Burgenland ein friedvolles und aufgeschlossenes Miteinander zu ermöglichen.“

Auch Landtagspräsidentin Verena Dunst wies in einer Aussendung auf die Bedeutung des Internationalen Romatages hin: „Das Burgenland hat eine große Roma-Gemeinschaft, die fester Bestandteil unseres Bundeslandes ist. Es gilt der Vergangenheit zu gedenken und die Demokratie sowie das friedliche Leben miteinander hochzuhalten.“

Der Zweite Landtagspräsident Georg Rosner verweist zum Internationalen Romatag unter anderem auf die Verdoppelung der Volksgruppenförderung durch den Bund: "Seit Jahrzehnten ist die Volksgruppe der Roma fester Bestandteil der burgenländischen Identität. Darauf können wir stolz sein. Umso wichtiger ist es, dass die Politik weiter für die Stärkung und Integration der Volksgruppe in der Gesellschaft einsteht."