„Jawort“ während Corona: Hochzeit mit Maske. „Schönster Tag“ nur im engen Kreis möglich, etliche Paare verschieben Termin; Dienstleister leiden mit.

Von Alexandra Gollubics-Prath. Erstellt am 22. Mai 2020 (05:25)
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Mit Mai beginnt für gewöhnlich auch im Burgenland die klassische Hochzeitssaison – Verschiebungen oder gar Absagen sind heuer infolge der Corona-Krise allerdings keine Seltenheit. Prominenter Betroffener: Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, der seine für Ende des Monats geplante Vermählung mit Julia Jurtschak auf unbestimmte Zeit verschoben hat.

„Paare bereiten sich oft über ein Jahr lang vor und auf einmal ist die ganze Planung dahin.“Ingrid Schwarz, Landesleiterin des Standesbeamtenverbands

Vom Lockdown bis Ostern war es weitgehend gar nicht möglich zu heiraten, mittlerweile sind Hochzeiten im „engen“ familiären Kreis zugelassen. „Wenn mich Paare aber fragen, was jetzt mit Juli sein wird, muss ich sagen, dass sich die Lage von einem Tag auf den andern ändern kann“, schildert Ingrid Schwarz Landesleiterin des Standesbeamtenverbands.

„Paare bereiten sich oft über ein Jahr lang vor und auf einmal ist die ganze Planung dahin“, so Schwarz. Wie viele Brautpaare konkret im Burgenland den standesamtlichen Termin bereits verschoben haben, könne sie nicht sagen, „in der Landeshauptstadt sind es aber etwa zehn bis zwölf, die abgesagt und noch keinen neuen Termin haben“.

Die meisten würden nun die weitere Entwicklung abwarten: „Manche hoffen auf größere Hochzeiten im Herbst, andere wiederum haben lieber gleich um ein Jahr verschoben.“

Die Gefahr, dass 2021 terminlich völlig überlaufen sein könnte, sieht die Expertin derzeit aber nicht: „Da ist schon noch einiges frei.“

Angespannte Lage auch bei den Dienstleistern

Für Gastronomie und Hotellerie bedeute der Wegfall großer Hochzeitsgesellschaften den „Totalausfall eines Fixgeschäftes, das meist nicht zu kompensieren ist“, klagt Spartenobmann Helmut Tury. Zudem seien schon geleistete Anzahlungen oft bereits investiert worden, eine Rückerstattung stelle manche Betriebe vor große Herausforderungen.

Von „erheblichen“ Einbußen berichten ebenso etwa Hochzeitsmusiker oder Blumenhandel. „Hochzeiten wurden gleich abgesagt oder bei Verschiebungen wurde oft kein gemeinsamer neuer Termin gefunden“, schildert auch Maria Hollunder, Landesvorsitzende des Berufsfotografenverbandes.

Anfragen in Bezug auf Stornierungsprobleme würden sich aber in Grenzen halten, so AK-Experte Christian Koisser: „Wer allerdings in den nächsten Monaten heiraten würde und unsicher ist, sollte alle beauftragten Unternehmen kontaktieren und einvernehmlich individuelle Lösungen vereinbaren.“