Papst Franziskus: Mehr Einsatz für Arme und Flüchtlinge. Das Katholische Oberhaupt betont im neuen Papstschreiben, dass Barmherzigkeit und Nächstenliebe den Weg zur Heiligkeit ebnen.

Erstellt am 09. April 2018 (14:27)
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Papst Franziskus

Die soziale Ungerechtigkeit in der Welt wird von Papst Franziskus als Anlass für eine eindringliche Mahnung an die Katholiken genommen. In dem neuen, am Montag vom Vatikan veröffentlichten Apostolischen Schreiben „Gaudete et Exsultate“ fordert er laut der Katholischen Presseagentur zu größerer Aufmerksamkeit für bedürftige Menschen und eine sozial gerechte Welt auf. Eine zeitgemäße Heiligkeit bedeute, „Jesus in den Armen und Elenden zu erkennen“.

Papst Franziskus knüpft mit dem 48 Seiten umfassenden Schreiben an seine bisherige Position an. Katholiken könnten die Ungerechtigkeit auf der Welt nicht ignorieren, wo „einige feiern, fröhlich verbrauchen und ihr Leben auf die Neuheiten des Konsums reduzieren, während andere nur von außen zuschauen können“. Gleichzeitig schreite deren Leben voran und gehe „armselig“ zu Ende, wird in dem Schreiben gemahnt.  Der echte Maßstab für die Heiligkeit sei gelebte Barmherzigkeit.

Franziskus geht dabei auch auf die Flüchtlingsfrage ein. Oft höre man, dass die Migration ein weniger wichtiges Thema sei. „Dass ein um seinen Erfolg besorgter Politiker so etwas sagt, kann man verstehen, aber nicht ein Christ, zu dem nur die Haltung passt, sich nur in die Lage des Bruders oder der Schwester zu versetzen, die ihr Leben riskieren, um ihren Kindern eine Zukunft zu bieten“, warnt das katholische Kirchenoberhaupt.

„Ein lästiger Stachel im Gewissen“

Wenn man einem Menschen in einer kalten Nacht unter freiem Himmel begegne, so könne man fühlen, dass „dieser arme Wicht“ etwas Unvorhergesehenes sei, „ein lästiger Stachel in meinem Gewissen“ oder ein „Problem, das Politiker lösen müssen“. Man könne aber auch aus Glaube und Liebe heraus reagieren und in der Person ein menschliches Wesen erkennen, „mit gleicher Würde wie ich“,  heißt es in dem Papstschreiben. „Das heißt es, Christ zu sein“,  mahnt Franziskus.

Der Papst fordert auch die katholischen Gemeinden auch auf, das Leben in allen Phasen zu verteidigen und zu fördern. Auch die Verteidigung des ungeborenen, unschuldigen Lebens müsse „fest und leidenschaftlich“  sein, schreibt er in  dem Dokument.