Volkshochschulen feiern Jubiläum. Eine Institution feiert Jubiläum: Seit 50 Jahren werden gesellschaftspolitische Meilensteine gesetzt.

Von Wolfgang Millendorfer. Update am 23. Oktober 2019 (09:17)
VHS
Im Auftrag der Bildung. Das Kernteam der Burgenländischen Volkshochschulen rund um Geschäftsführerin Christine Teuschler (M.).  Fotos: 

Als sich im Oktober 1969 der Landesverband der Burgenländischen Volkshochschulen unter Gerald Mader und Kurt Balla konstituierte, wurde bereits vieles in Gang gesetzt, das bis heute Gültigkeit hat: Das „Recht auf Bildung für alle“ ist auch 50 Jahre danach das Credo der Institution – ebenso wie die Regionalität, womit kostengünstige Angebote von Nord bis Süd gewährleistet werden.

Wie es dem Grundverständnis der Burgenländischen Volkshochschulen entspricht, wird zum Jubiläum, das heute, Mittwoch, im Kulturzentrum Eisenstadt gefeiert wird, nicht nur in die Vergangenheit, sondern vor allem auch in die Zukunft geblickt. Immer schon hat man Entwicklungen in der Gesellschaft früh erkannt, entsprechend agiert – und reagiert, wenn es schnell gehen musste.

Bestes Beispiel sind die verstärkten Deutschkurse, die im Zuge der Flüchtlingsbewegungen 2015 angeboten wurden. Und wer jemals bei einer Zeugnisverleihung für den Pflichtschulabschluss oder bei einem VHS-Sommerfest dabei war, der weiß, dass hier neben dem Erlernen einer Sprache auch sehr viel Zwischenmenschliches passiert. „Menschen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten, Altersgruppen und Milieus lernen gemeinsam auf Augenhöhe“, fasst es Geschäftsführerin Christine Teuschler zusammen, „das bringt auch spürbare Akzeptanz für das Gegenüber.“

So betreibt man seit Jahren auch Aufklärungsarbeit in Sachen Analphabetismus: Der Slogan „Kannst net lesen?“ weckte Sensibilität für das Thema. Viele Menschen arbeiten an ihren Basisbildungsdefiziten, ebenso viele nützen ihre „Zweite Chance“ und holen kostenlos ihren Bildungsabschluss nach, wie etwa den Pflichtschul-, den Lehrabschluss oder die Matura. Nicht zu vergessen sind unzählige Kurse von Bewegung und Sprachen über Demokratiebildung bis hin zu Gesundheitsthemen.

„Es geht um Bewusstseinsbildung, nicht nur für die eigene Gesundheitsvorsorge, auch im Sinne der Umwelt und künftiger Generationen“, betont Teuschler. Unterstützt werden die Volkshochschulen von Bund, Land und EU. Zum Jubiläum wünscht man sich, dass auch in der neuen (EU-)Förderperiode die Bildung hochgehalten wird – um weiter rasch auf Entwicklungen reagieren zu können.