Handyvideo-Lesung über Geschichte des Burgenlands. Das Offene Haus Oberwart wird seine neue Produktion aufgrund der Coronakrise am kommenden Freitag nicht vor Live-Publikum, sondern als Live-Stream im Internet darbieten.

Von APA / BVZ.at. Erstellt am 28. April 2021 (06:00)
Das jüngste Land
Christian Ringbauer

Unter dem Titel "Das jüngste Land" beleuchtet der burgenländische Autor und Theatermacher Peter Wagner die 100-jährige Geschichte des Burgenlandes in Form von Handyvideo-Lesungen. 68 Burgenländer tragen dabei 100 gedichtähnliche Texte aus Siegmund Kleinls "In allen Zeiten das Land in allen Personen" vor.

Zum 100-Jahr-Jubiläum des Burgenlandes sei die "Diskurs- und Reflexionsfähigkeit eines Landes" gefordert, hieß es in einer Aussendung. Die Inszenierung soll sich deshalb mit der tatsächlichen und behaupteten Identität des Burgenlandes auseinandersetzen. Sie behandelt "Gewordenes, Seiendes und Werdendes" genauso wie "die wichtigsten Parameter unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts".

68 Menschen aus dem gesamten Burgenland hätten Texte vorgetragen, Handyvideos davon gemacht und sie Wagner geschickt. Entstanden seien viele unterschiedliche Videos, die sich doch zu einem zusammenfügen. "Jedenfalls kann man durch die so entstandene Splittung des Textes auf Dutzende unterschiedliche Idiome, Temperamente und Mentalitäten einen nicht uninteressanten Blick auf das entwickeln, was unter dem modisch gewordenen Begriff der Diversität tatsächlich zu verstehen ist, sobald er aktiv gelebt wird", betonte Wagner.

Kleinls Text ist der Mittelteil einer "Burgenland-Trilogie". Es handle sich um ein "Lesedrama", das nicht nur gelesen, sondern auch als Theaterstück aufgeführt werden könne - "wobei keine Schauspieler auftreten, die etwas vorführen, sondern Leser, die nichts darstellen. Die Protagonisten sind die Wörter und Sätze und die mit ihnen verbundenen Gedanken", sagte Kleinl.

"Das jüngste Land" soll laut Wagner auch der sprachlichen Vielfalt des Burgenlandes Rechnung tragen, insbesondere in musikalischer Hinsicht. Ein sechsköpfiges Ensemble werde ein burgenlandkroatisches und ein ungarisches Lied zum Besten geben, ebenso ein Lied der südburgenländischen Roma. Außerdem werden zwei alternative Landeshymnen zu hören sein.

"Das jüngste Land", 30. April, 20.00 Uhr. www.oho.at