Frequency, Tag 3: Harte Beats und rockende Gitarren. Die DJ-Kultur, aber auch viele feine Ausflüge in die Rock-Musik bestimmten den dritten Frequency-Tag. Fans beider Richtungen kamen vor der Space Stage und der Green Stage voll auf ihre Kosten.

Von Mario Kern. Erstellt am 18. August 2018 (11:16)

Die ersten nimmermüden Festival-Gäste stellten sich am dritten Frequency-Tag bereits kurz nach 15 Uhr zu den Auftritten von Rapper Luciano auf der Space Stage und das Electro-Pop-Trio Off Bloom auf der Green Stage ein.

Das dieses Jahr sehr Elektronik-lastige Frequency lockerten danach auf der Space Stage Eskimo Callboy und The Used, auf der Green Stage Feine Sahne Fischfilet auf. Vor der Space Stage blieb die Fanschar recht überschaubar, als Bert McCracken, Sänger der amerikanischen Hardcore-Band The Used, sich um ausgelassene Stimmung redlich bemühte. Vor der Green Stage hingegen waren die Feiernden nicht nur ausgeschlafener und lauter, sondern vor allem mehr. Das sollte auch bis zu den Space-Stage-Shows von Timmy Trumpet und Casper so bleiben.

Walk Off The Earth hinterließen einen guten Eindruck auf der Green Stage, die am Samstag zumindest zeitweise ihren inoffziellen Status als Nebenbühne widerlegte und programmatisch, aber vor allem besuchstechnisch die „große Schwester“ Space Stage überholte. Mit ihrem fröhlichen Indie-Rock steckten sie das Publikum an und warteten auch mit ihrer gelungenen Cover-Version von Ed Sheerans „Shape of you“ auf, mit der sie einen viralen Hit landeten. Mit ihren Indie-Rock-Songs machten sich The Vaccines dann noch mehr Freunde, als sie ohnehin vor der Show schon hatten.

Das Rock-Duo Death from above sorgte auf der Space Stage für mehr Druck als eine fünfköpfige Band. Sie wurden vom Publikum auch mit Jubel und Applaus für ihre gelungenen Songs belohnt. Sänger und Schlagzeuger Sebastien Grainger ließ es sich nicht nehmen, das Publikum auf die Camping-Stadt an der Traisen anzusprechen: „Ich spazierte heute Nachmittag zum Fluss. Was ich sah, war ekelhaft. Ihr seid ekelhaft.“

Mit einem Zitat aus Bachs „Toccata und Fuge in d-Moll“ begann DJ Timmy Trumpet seine Show vor wesentlich mehr Publikum und hatte das rasch mit treibenden Beats und gezielt platzierten Trompeten-Klängen auf seiner Seite. Der international renommierte Klangtüftler heizte dem Publikum mit seiner sonnigen Laune und seinen Electro- und House-Nummern ordentlich ein.

Casper riss mit einer sympathischen Performance die Massen mit sich: Mit pointiertem Rap und verzerrten Gitarren sprach er ein großes Publikum an, das vom ersten bis zum letzten Songs voll bei der Sache war. Mit Liedern wie „Im Ascheregen“, „Auf und davon“ sowie „Hinterland“ bereitete er nicht nur seinen Fans einen unvergesslichen Abend, sondern gewann einige neue hinzu. Der deutsche Rapper war bereits 2013 und 2015 im Frequency-Line-up und hat sich mit seiner Show und seinen Alben immer spätere Slots erarbeitet. Auf der Space Stage war er an diesem Tag für viele sogar der heimliche Headliner.

Das sah Kygo als eigentlicher Headliner naturgemäß anders: der norwegische DJ enterte die Bühne und zeigte den Massen selbstbewusst, warum er innerhalb kürzester Zeit als House-Produzent erfolgreich wurde. Natürlich hat er seine Mega-Hits „Firestone“ und „Stole the show“ im Gepäck. Bevor das Vini Vici die Green Stage mit dröhnendem Psytrance beschloss, holten The Kooks noch einmal die Gitarren hervor und lieferten ein amtliches Indie-Rock-Set ab.