Krautschädl: "Viel Liebe gegeben und viel empfangen". Vor ihrem letzten Auftritt in Niederösterreich traf NÖN-Mitarbeiterin Lisa Röhrer zwei Mitglieder des Trios "Krautschädl" - Stefan „Sonti“ und Lukas „Plescha“ - zum Interview.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 15. August 2019 (16:50)
Röhrer
Krautschädl mit NÖN-Mitarbeiterin Lisa Röhrer

Nach 1.233 Konzerten ist für Krautschädl in wenigen Wochen Schluss. Die NÖN sprach mit den Mundart-Rockern, die am Frequency einen ihrer letzten Gigs hatten, über „ihr halbes Leben“ bei Krautschädl, ihre besten Momente und darüber, wie es für sie nun musikalisch weitergeht.

Ihr seid ja nicht zum ersten Mal da. Habt Ihr gute Erinnerungen an St. Pölten?

Stefan „Sonti“ Sonntagbauer: Wir sind zum dritten Mal hier. Voriges Mal haben wir auf einer eher kleinen Bühne gespielt, die Leute haben nebenbei gegrillt. Das war eigentlich ein sehr unsexuelles Szenario, aber wir haben Party gemacht und die Leute haben‘s gefeiert. Das war schön.

Bleibt für Euch selbst auf Festivals noch Zeit, Party zu machen?

Röhrer
Krautschädl am Frequency

Stefan: Voriges Mal hab‘ ich das getan. Ich hab mir „The Kooks“ angesehen und dann am Zeltplatz geschlafen, also hatte ich die ganze Festival-Experience. Aber ich hab‘ mich dabei irgendwie alt gefühlt und danach war ich eine Woche später völlig hin.

Es heißt, dass Ihr euch auflöst. Ist das Euer letztes Frequency?

Stefan: Ja, es ist sogar unser drittletzter Gig. Das Abschiedskonzert spielen wir in unserer Heimat in Wels. In Wien hatten wir schon den Abschied in der Arena. Das war eines der schönsten Konzerte für mich. Wir haben viel Liebe gegeben und viel empfangen. Es war unser erstes letztes Mal.

Was waren sonst die schönsten Momente oder Highlights von Krautschädl?

Lukas „Plescha“ Plescher: Dass wir vor Queen gespielt haben, war schon sehr, sehr geil.

Ihr wart eine der ersten Bands, die mit Mundart-Rock erfolgreich waren. Mittlerweile gibt es einige. Könnt Ihr so beruhigt „gehen“?

Stefan: Das tun wir. Aber ich seh‘ es jetzt nicht als unsere Lebensaufgabe, den Fortbestand des Mundart-Rocks zu sichern (lacht). Wenn er ausstirbt, ist das nicht unsere Verantwortung.

Wieso habt Ihr Euch überhaupt dazu entschlossen, im Dialekt zu singen?
Lukas: Das war irgendwie selbstverständlich. Wir sind so aufgewachsen.

Stefan: Außerdem gibt es so einen bestimmten Feel, den man nur in Mundart erzeugen kann. Man hat ganz andere Möglichkeiten.

Welche Musik hört Ihr selbst?

Stefan: Also wie wir angefangen haben, hab‘ ich viel Metal gehört, außerdem die klassischen Bands Ende der 90er – Red Hot Chili Peppers, Limp Bizkit oder Korn. Wir kommen musikalisch aber alle aus ganz anderen Ecken. Gemeinsam hatten wir nur, dass wir keine österreichischen Bands gehört haben (lacht).

Hat sich das verändert?

Stefan: Schon, wir waren zum Beispiel gemeinsam am Bilderbuch-Konzert in Schönbrunn.

Werdet Ihr auch in Zukunft zusammenbleiben oder geht jeder seinen eigenen Weg?

Stefan: Musikalisch geht jeder seinen eigenen Weg, aber wir werden sicher mal auf ein Bier gehen.

Das heißt, musikalisch wird man auch in Zukunft etwas von Euch hören. Verratet Ihr schon was?

Lukas: Ich habe einige Bands, in denen ich spiele. Zum Beispiel mein Hip-Hop-Projekt „Äffchen und Craigs“ oder Drumski.

Stefan: Ich will darüber noch nicht reden. Aber wir werden alle weiter Musik machen.

Und warum dann nicht mehr gemeinsam?

Stefan: Wir haben alle noch andere Pläne und Träume, die wir uns erfüllen wollen. Ich war zum Beispiel mein halbes Leben bei Krautschädl. Habe mit 16 begonnen, jetzt bin ich 32. Jetzt wird es Zeit für was Neues.