Trauer um Burgenlands Stargeiger Toni Stricker

Erstellt am 17. Februar 2022 | 13:52
Lesezeit: 4 Min
Toni Stricker
Foto: Wolfgang Millendorfer
„Er war der Vertoner der burgenländischen Seele.“ Die Kulturszene und prominente Vertreter aus Land und Bund zeigen sich vom Tod Toni Strickers tief betroffen. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics und viele mehr würdigten das Schaffen des bekannten Musikers und Komponisten.
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Im Kreis seiner Familie verstarb Geigenvirtuose Toni Stricker am Mittwochabend in seinem Heimatort Bad Sauerbrunn. Bekannt war er nicht nur als Stargeiger, der mit unzähligen namhaften Kolleginnen und Kollegen die Bühne geteilt hatte, sondern auch als Komponist und Pionier der pannonischen Musik, die er dem Land und seinen Menschen mit ganz eigenem Klang widmete. In zahlreichen Nachrufen wird dieses musikalische Schaffen unterstrichen und an die liebenswerte Lebensart des Ausnahme-Musikers erinnert.

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil würdigte Toni Stricker als begnadeten Musiker und Komponisten, vor allem aber auch als warmherzigen Menschen und leidenschaftlichen Burgenländer: „Den pannonischen Raum und das pannonische Lebensgefühl hat Toni Stricker zu virtuosen Tonkunstwerken verarbeitet. Damit hat er unserem Bundesland eine musikalische Identität gegeben. Er wird uns sehr fehlen, auch wenn seine Musik bleiben wird. Mein Mitgefühl gilt in diesen schweren Stunden den Angehörigen und engsten Wegbegleitern“, so Doskozil.

„Wichtiges Vermächtnis für unser Land“

Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics erinnerte an Strickers zahlreiche Kirchenkonzerte, „mit denen der begnadete Geiger und Komponist bei den Menschen religiöses Empfinden mit dem dankbaren Staunen über die pannonische Landschaft als besondere Schöpfung Gottes verbunden hat". Der Eisenstädter Bischof betont, dass der Geigenvirtuose "im Laufe seiner langen und vielseitigen Karriere immer wieder, vor allem mit zunehmendem Alter, dem Nachdenken über verloren gegangene gesellschaftliche Werte künstlerischen Raum gegeben hat."

So habe Stricker mit seiner „Pannonischen Messe“, die 2008 uraufgeführt wurde, „ein Versprechen eingelöst, das er vor vielen Jahrzehnten dem ersten Bischof der Diözese Eisenstadt, Stefan László, gegeben hat“, so Zsifkovics. Der Bischof sieht dieses Werk als ein „wichtiges Vermächtnis für unser Land und seine Seele, die er so unnachahmlich vertont hat“.

„Menschliche Art, künstlerischer Anspruch“

Auf das reichhaltige Schaffen des burgenländischen Ausnahme-Musikers ging Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer in ihrem Nachruf ein: „Toni Stricker wird durch seine unglaubliche Vielseitigkeit nicht nur in einem Bereich des Kulturlebens eine Lücke hinterlassen, sondern gleich in mehreren.“ Maria Großbauer, ÖVP-Kultursprecherin im Nationalrat, und ÖVP-Nationalratsabgeordnete und Mediensprecherin Gaby Schwarz fügen hinzu: „Er hat über viele Jahrzehnte unzählige Menschen mit seiner Begabung und Musik, seiner sympathischen und menschlichen Art und seinem künstlerischen Anspruch begeistert.“

Schwarz erinnert sich zudem daran, dass sie den Geiger lange Zeit als ORF-Journalistin begleiten konnte: „Sein kompromissloser Weg in der Musik, sein offenes Herz und sein gerader Rücken im Privatleben, die Begegnungen in Bad Sauerbrunn mit ihm und seiner Frau Billy werden mir in Erinnerung bleiben.“

„Wir werden Toni Stricker als engagierten und leidenschaftlichen Musiker in Erinnerung behalten, der mit seinen Kompositionen seine Verbundenheit mit dem Burgenland ausgedrückt hat“, würdigte auch ÖVP-Landesparteiobmann Christian Sagartz den Geiger und Komponisten. Mit ihm verliere das Land einen seiner bekanntesten Musiker.

Gemeinsam mit SPÖ-Klubobmann Robert Hergovich erinnert sich Gerhard Hutter als Bürgermeister von Bad Sauerbrunn an den Privatmenschen Toni Stricker: Seit vielen Jahren war der Musiker Ehrenbürger der Kurgemeinde, wo er Jahrzehnte lang mit seiner Frau, die vor zwei Jahren starb, lebte: „Toni Stricker hat sich intensiv für unseren Kurpark eingesetzt und wurde für dieses Engagement zum Ehrenbürger ernannt. Er war zudem sehr sozial, aber auch kritischer Geist, und er war der bekannteste Bad Sauerbrunner – national und international. Toni Stricker wird uns in liebevoller Erinnerung bleiben“, so Hutter.