„Monster“-Spaß mit Schunkelfaktor. Kurt Palms Roman hat es als Heimatgroteske auf die Bühne des Wiener Rabenhofs geschafft. Mittendrin im Theater-Irrwitz: der Burgenländer Christoph F. Krutzler…

Von Wolfgang Millendorfer. Erstellt am 11. November 2019 (04:55)

Die Apokalypse ist nah und bevor der Asteroid im Salzkammergut einschlägt, drehen alle nochmal so richtig durch. Kurt Palm hat sich schon in seinem Roman ausgetobt, Regisseurin Christina Tscharyiski und Fabian Pfleger (Text) wagten nun das Kunststück, das „Monster“ als trashige Heimatgroteske auf die Bühne des Rabenhof-Theaters zu wuchten – und sie haben gewonnen.

Nicht zuletzt, weil die unzähligen Handlungsfäden vom perfekten Darsteller-Quartett aufgenommen und fallengelassen werden: Der Burgenländer Christoph F. Krutzler, Eva Mayer, Richard Schmetterer und Bettina Schwarz haben gemeinsam Spaß als Trachten-Zombies und das steckt an. Hat man vom Publikum aus durchschaut, wo die Reise hingeht, ist man schon mittendrin in der Theater-Party.

Lieder mit Hit-Potenzial

Dazu gibt‘s unmissverständliche Botschaften in Sachen Alltagsrassismus und auch die Politik kommt nicht zu kurz. Als grandioses Bindeglied der Szenen in seinem Element: Romantic Slivo alias Bobby Slivovsky als Schlager-Strizzi, begleitet von Valentin Eybl. Die Lieder – etwa „Only me“ oder „Ohne di geh i nirgendwo hi“ – haben locker Hit-Potenzial.

Welchen Kraftakt die Akteure zu stemmen haben, das lässt allein das irre Personal vermuten, das sich an Palms fiktiven Rottensee verirrt hat: eine Innenministerin, die sich mit dem Ebola-Virus ansteckt, ein Vampir-Pärchen, das über einen alpinen Kapitalisten herfällt, ein Volksmusik-Star, der beim finalen Konzert-Fiasko Probleme mit dem titelgebenden Monsterfisch bekommt … so geht’s munter und in hohem Tempo dahin. Und der besagte Kraftakt ist durchaus wörtlich zu verstehen: Am Ende schwimmt die Bühne nach Christoph Krutzlers Ebola-bedingtem Sturz in den See und einiges Kunstblut wurde auch verbraucht.

Fazit: Schauen Sie sich das an, denn so etwas haben Sie bestimmt noch nie gesehen!

Die nächsten Termine: 17. November, 15. Dezember, 31. Jänner

www.rabenhoftheater.com