Opern-Kritik: Turandot. Großes, spektakuläres Breitwandkino im Steinbruch, mit Feuerzauber, Stunts, Licht- und Animationseffekten, prächtigen Kostümen und Masken, eben mit allem, was für eine opulente Opernshow dazugehört.

Von Ewald Baringer. Erstellt am 21. Juli 2021 (08:56)
Dramatisch: Martina Serafin als Prinzessin Turandot in St. Margarethen.
Jerzy Bin, Jerzy Bin

Dass in der aufwendigen Inszenierung von Thaddeus Strassberger in diesem kolossalen Rahmen wenig Raum für nachvollziehbare Interaktion bleibt, darf nicht verwundern, das Geschehen zieht wie in einer gigantischen mechanischen Weihnachtskrippe vorbei, das von Franco Alfano angefügte Finale wirkt trotz allem unbefriedigend.

Martina Serafin gibt die eiskalte Prinzessin mit Bravour, Mikheil Sheshaberidze etwas steif den Kalaf, Donata D‘Annunzio Lombardi als Liu (alle drei alternierend besetzt) räumt die Sympathien des Publikums ab.

Fazit: Effektvolles Musiktheater als Riesenshow im burgenländischen Verona.