Landesgalerie: Burgenländische Kunst aus 7 Jahrzehnten. Landeshauptmannstellvertreterin Astrid Eisenkopf eröffnete in Vertretung von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil am Donnerstag, 4. Februar 2021, eine Ausstellung der burgenländischen Künstlergruppe „kgb polychrom“ in der Landesgalerie Eisenstadt.

Von Redaktion NÖN.at. Erstellt am 05. Februar 2021 (10:24)
Landesmedienservice Burgenland

Die Ausstellung bietet einen Querschnitt durch das künstlerische Schaffen im Burgenland seit dem 2. Weltkrieg. „kgb polychrom“ ist aus der im Jahr 1956 von Wolfgang Baminger, Rudolf Kedl, Karl Prantl, Feri Zotter und Rudolf Klaudus gegründeten „Künstlergruppe Burgenland“ (kgb) hervorgegangen und zählt heute 14 aktive Mitglieder, die seit 2012 unter dem neuen Namen ausstellen. Coronabedingt fand die Eröffnung ohne Publikum virtuell statt, wurde per Livestream auf der Facebookseite der Landesgalerie übertragen und ist ab Freitag, 5. Februar, online auf der Homepage www.kulturbetriebe.at/wirsindkultur-bewegtbilder/ nachzusehen.

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„Die Ausstellung spiegelt das Burgenland in seiner Entwicklung aus verschiedenen künstlerischen Blickwinkeln wider und fügt sich damit perfekt in das Jubiläumsjahr ‚100 Jahre Burgenland‘ ein. Zugleich bietet sie einen Überblick über die Entwicklung der Kunst in unserer Heimat über mehr als sechs Jahrzehnte“, erklärte Eisenkopf bei der Eröffnung. „Die Schau eröffnet den Reigen der Veranstaltungen rund um das 100 Jahr-Jubiläum des Landes und ist auch dem 65. Geburtstag der Künstlergruppe Burgenland gewidmet“, sagte Kulturbetriebe Burgenland-Geschäftsführerin Barbara Weißeisen-Halwax.

Als Reaktion auf vernichtende Kritiken, die von einer „Apotheose des Hässlichen“ und von „Kunstskandal“ sprachen, an ihren in einer Ausstellung im Jahr 1954 gezeigten Bildern und Skulpturen gründeten die damals jungen Künstler Wolfgang Baminger, Rudolf Kedl, Karl Prantl und Feri Zotter gemeinsam mit ihrem Mentor Rudolf Klaudus 1956 die „Künstlergruppe Burgenland“, um dem nach ihrer Überzeugung vorherrschenden „geistigen Provinzialismus entgegenzuwirken“. Im Lauf der Jahrzehnte wurden und werden burgenländische Künstlerinnen und Künstler in die Gruppe aufgenommen, die heute die Elite der heimischen Kunstszene repräsentieren. Seit 2012 firmiert die aktuell aus 14 Kunstschaffenden bestehende Gruppe unter dem Namen „kgb polychrom“.

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Die nun eröffnete Ausstellung zeigt in einem ersten Teil aus der Sammlung des Landes stammende Exponate verstorbener Mitglieder und Gründerväter, unter anderem von Elfriede Ettl, Franz Hametner, Otto Muehl, Johannes Wanke oder Feri Zotter. Sie bieten einen Überblick über die Vergangenheit der Künstlergruppe. Der zweite Teil ist den Arbeiten der derzeit aktiven Mitglieder der „kgb polychrom“ gewidmet, darunter Peter Pongratz (seit 1969 Mitglied der Gruppe), Sepp Laubner, Ilse Lichtenberger, Wolfgang Horwath, Franz Gyolcs und Hans Wetzelsdorfer. In die Zukunft weisen die ausgestellten Werke junger Kunstschaffender, die vor der Aufnahme in die „kgb polychrom“ stehen.

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Die Gründer der „kgb“ hätten „den damaligen Zeitgeist der Kunst ins Land hereingeholt und sind als Avantgarde der Kunst im Burgenland zu sehen“, sagte Ausstellungskurator und „kgb polychrom“-Obmann Wolfgang Horwath. Es sei ihnen gelungen, aus der Provinzialität auszubrechen; die Gefahr der Kunst, jener wieder anheimzufallen, sei jedoch auch heute nicht gebannt.

„Ich gratuliere der Künstlergruppe Burgenland für diese beeindruckende künstlerische Zeitreise und hoffe, dass recht bald viele Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit nutzen werden, diese Schau auch persönlich zu sehen“, erklärte Landeshauptmannstellvertreterin Eisenkopf abschließend.