Der Auftrag, negative Energie abzubauen

Über das Lockdown-Erbe an der Spitze des Burgenländischen Fußballverbands (BFV).

Erstellt am 01. Oktober 2021 | 02:17

Am Samstagvormittag soll innerhalb des BFV-Vorstands zwar noch nicht endgültig beschlossen, aber grundsätzlich einmal geklärt werden, ob sich eine Person des Führungsgremiums für die Nachfolge des an die ÖFB-Spitze abwandernden Gerhard Milletich finden wird. Der vakante Ehrenamts-Posten des BFV-Präsidenten und dessen Neubesetzung ist in Burgenlands Fußballszene ein großes Thema. Auch wenn die Rufe nach einer Frischzellenkur auf Führungsebene hörbar sind, hat sich längst herumgesprochen, dass es laut Satzungen diesen ersten internen Schritt braucht, um eine Neubesetzung für die noch bis März 2024 laufende Milletich-Periode zu finden. Erst wenn sich niemand bereit erklärt oder innerhalb des Vorstands keine Mehrheit hat, wird eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen. Wo auch Kandidaten von außen nominiert werden könnten.

Wer auch immer künftig dem größten Fachverband des Landes vorstehen wird: Leicht wird es diese Person nicht haben. Wir haben zwei abgebrochene Meisterschaften hinter uns. Aufgrund der oft undurchschaubaren, teils auch verwirrenden und in keiner Weise für die Vereine planbaren behördlichen Vorgaben blicken die Klubs auf viel Wartezeit, Rätselraten und auch Unverständnis zurück. Der gefühlte Stillstand und der immer wieder ins Stocken geratene Betrieb seit Beginn der Covid-Pandemie 2020 haben eine latente Unzufriedenheit gestärkt.

Was demnach bleibt, ist der Wunsch nach neuem Schwung und nach einer spürbaren Form von Aufbruchstimmung. Dass eine Person genau diese Aura an der Spitze des BFV verbreiten kann, wird zu gleichen Teilen von Kompetenz und Persönlichkeit abhängen. Fakt ist aber, dass gerade jetzt, mitten in der Grauzone zwischen halbwegs ertragbarer Normalität und drohender neuer Covid-Welle, die Erwartungshaltung in der rot-goldenen Fußballfamilie besonders hoch ist. Die Lockdown-Phasen haben hier jede Menge negative Energie zusammengestaut. Die muss künftig von der Spitze aus direkt und im engen Austausch mit den Vereinen abgebaut werden.