Der Samstag als Bewegungsmelder. Über die mögliche Wahl von Gerhard Milletich zum ÖFB-Präsidenten – und den Auftrag für seine Nachfolge beim BFV.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 09. September 2021 (02:23)

Seit Montag steht fest, dass Burgenlands Fußballverbands-Boss Gerhard Milletich offiziell Anwärter auf das Amt des neuen ÖFB-Präsidenten ist. Der Wahlausschuss des Österreichischen Fußball-Bundes hat sich auf Milletich (65) und den Unternehmer Roland Schmid (45) als Kandidaten für die Nachfolge von Leo Windtner geeinigt. Kommenden Samstag können beide im Zuge von Hearings die Ausschuss-Mitglieder mit ihren Ideen überzeugen, was vom Stuhl eines der prestigeträchtigsten Ehrenämter des Landes aus künftig passieren soll. Unmittelbar danach wird entschieden, auf welchen Kandidaten sich der Wahlausschuss verständigt. Diese Person hat dann das Rennen entschieden und wird am 17. Oktober offiziell als ÖFB-Präsident bestätigt.

Für den 65-jährigen Milletich wäre der Sprung an die Spitze des ÖFB zweifelsohne sein ganz persönlicher Funktionärs-Höhepunkt. Gleichzeitig wäre aber, wenn der Parndorfer Medien-Unternehmer gewinnen sollte und sich vom BFV verabschiedet, die Position des Fußballverbands-Präsidenten im Burgenland vakant. Erst im Vorjahr wurde Gerhard Milletich im Amt bestätigt, bis März 2024 dauert seine aktuelle Funktionsperiode. Also muss sich der BFV-Vorstand im Fall der Fälle auf eine Person aus seinen eigenen Reihen für die offizielle Nachfolge im Rahmen dieser Periode einigen. Gelingt das nicht (oder ist diese Variante nicht gewollt), braucht es eine außerordentliche Hauptversammlung, wo dann eben ein neuer Präsident gewählt wird. Wesentlich ist, dass im Falle eines Milletich-Abschieds Richtung ÖFB zeitnah eine nachhaltig-langfristige burgenländische Lösung gefunden wird, die breite Unterstützung genießt und auch für den nötigen frischen Wind sorgen kann. Dieses Thema muss ab dem ersten Tag eines möglichen Milletich-Abgangs auf der BFV-Prioritätenliste ganz oben stehen.

Noch ist es freilich nicht soweit. Wenn Roland Schmid den Vorzug erhält, bleibt im Burgenland alles beim Alten. So gesehen kann erst der Samstag aufzeigen, wie sehr die rot-goldene Fußballfamilie tatsächlich in Bewegung kommen wird.