Es geht auch ohne das Hoheitsgebiet. Über die Notwendigkeit, Covid-19-Präventionsmaßnahmen auf den Sportplätzen einzuhalten, im Sinne der Fans.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 08. Oktober 2020 (01:45)

Seit Montag sind auf allen niederösterreichischen Sportplätzen keine Zuschauer mehr erlaubt, wenn der betreffende Bezirk bei der Corona-Ampelregelung auf „orange“ geschalten ist. Die zuständige Landesregierung hat hier eine Art Lex Fußball installiert, in deren Rahmen eigene Regeln für „Sportveranstaltungen“ (vor allem Fußballspiele) schlagend werden. Bundesweit sind hingegen nach wie vor – auch bei „orange“ – Zuschauer erlaubt. Im Freien braucht es bei bis zu 100 Fans aktuell keine fix zugewiesenen Sitzplätze, bei mehr als 250 Besuchern benötigt es neben einem Konzept auch eine behördliche Bewilligung. Das hat zuletzt beim Landesliga-Derby Klingenbach gegen Siegendorf gut geklappt, wo über 550 Gäste – auf dem Gelände verteilt und sitzend – mit dabei waren.

Niemand will die Corona-Pandemie weiter ausufern sehen. Fakt ist aber, dass sich das Ansteckungsrisiko in der Fußballszene und auf den Sportplätzen vor allem auf das Kantinen-Treiben konzentriert. Gegen dieses Problem gäbe es Maßnahmen – eine Sperrstunde kurz nach dem Abpfiff, eine Ausschank im Freien (dort wird ja schließlich auch zugeschaut), oder verstärkte behördliche Kontrolle bei möglichen schwarzen Schafen, um Beispiele zu nennen. Dass im Burgenland nun eine landeseigene Verordnung installiert wurde, die bei „orange“ eben die besagte Kantinen-Sperrstunde sowie eine Zuschauer-Obergrenze von 500 im Freien vorsieht, macht Sinn. Die Lösung Zuschauer gleich präventiv auszusperren, ist hingegen ein Keulenschlag für alle Vereine, die sich im ständig wechselnden Verordnungs-Konstrukt stets behaupten und für einen möglichst reibungslosen Ablauf sorgen. Zudem untergräbt sie den Sinn des organisierten Amateursports, neben der körperlichen Ertücht igung eben auch zu unterhalten.

Wer aber spätestens jetzt nicht kapiert hat, sich als Veranstalter an ein Regel-Mindestmaß zu halten und jedes Risiko abseits des Spielfelds zu minimieren, beschleunigt nur den Verordnungs-Weg in niederösterreichisches Hoheitsgebiet.