Fußball als eine gute Ablenkung. Über den aktuellen Alltag in der Akademie Burgenland.

Von Martin Plattensteiner. Erstellt am 30. Juli 2020 (03:45)

Praktisch jedes Kind, das erst im elterlichen Garten und dann später bei den U8-Minis gegen die Wuchtel tritt, träumt mindestens einmal im noch jungen Leben davon, ein Fußballprofi zu werden. Viele begabte Youngsters streben später – nach FTT, BAZ und LAZ – eben eine solche Karriere an, sofern sie den Sprung in eine Fußballakademie (AKA) schaffen. In diesem Kalenderjahr hatten es alle, die dem baldigen Profisport sehr viel unterordnen, die hart an sich und mit den Teamkollegen trainieren, sehr schwer. Der Corona-Lockdown bescherte Heimvideos, Online-Konferenzen – das geliebte Spiel am Rasen blieb aber ewig anmutend verwehrt.

Doch die Burgenländer traf es doppelt und knüppelhart – die aktuelle Krise des SV Mattersburg (als AKA-Miteigentümer) kam zu dem Zeitpunkt, als man sich von den schwersten Corona-Zeiten erholt hatte. Viele Fragen, wie und ob es überhaupt weitergehen wird, bleiben offen. Das Horrorszenario, dass die Ausbildungsstätte in Mattersburg eine Jugendherberge wird und auf den Rasenplätzen Schafe weiden oder Rucksacktouristen campieren, wird wohl nicht eintreten. Doch – wie heißt es in einem Gassenhauer von früher: Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld? Bleibt das AKA-Team mit Trainern, Betreuern, Sportmedizinern bis hin zu Bus-Chauffeuren auch dann motiviert, wenn das monatliche Entgelt ausbleibt oder gekürzt wird? Noch lassen Sportchef Manuel Takacs und seine Kollegen die Köpfe nicht hängen. Man beschäftig sich einmal zu 100 Prozent damit, was man am besten kann – nämlich mit Fußball. Wenigstens während der gemeinsamen Trainings und endlich auch wieder den Spielen bekommen alle den Kopf frei — zumindest für 90 Minuten.